Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Mehrheit will Erbschaftssteuer für Millionenvermögen

Laut Gallup-Institut sprechen sich die Österreicher mehrheitlich für eine Besteuerung größerer Erbschaften und Schenkungen aus.
Mehrere Euro-Geldscheine liegen unter einem Ordner mit der Aufschrift „Erbschaft“.

Zusammenfassung

  • Laut Gallup befürworten 59 Prozent der Österreicher eine Erbschafts- und Schenkungssteuer, davon 49 Prozent erst ab rund 1 Mio. Euro und 10 Prozent unabhängig von der Vermögenshöhe.
  • Die Zustimmung zu einer Besteuerung größerer Erbschaften ist vor allem bei Anhängern von Grünen und SPÖ hoch, während eine allgemeine Steuer in keinem politischen Lager nennenswerte Akzeptanz findet.
  • Obwohl 44 Prozent der Bevölkerung direkt oder voraussichtlich von Erbschaften oder größeren Schenkungen betroffen sind, ist die Einführung solcher Steuern in der aktuellen Legislaturperiode nicht vorgesehen.

Die Österreicher sprechen sich laut einer aktuellen Umfrage des Gallup-Instituts zwar überwiegend für eine Erbschafts- und Schenkungssteuer aus (in Summe 59 Prozent). 

Die Mehrheit der 1.000 Befragten (49 Prozent) ist aber dafür, dass eine solche Steuer erst bei größeren Erbschaften und Schenkungen ab rund 1 Mio. Euro greift. Zehn Prozent sind für solche Steuern unabhängig von der Höhe des Vermögens, 36 Prozent lehnen diese grundsätzlich ab, 5 Prozent machten keine Angaben.

Für eine Besteuerung großer Erbschaften und Schenkungen sind vor allem Anhängerinnen und Anhänger der Grünen (66 Prozent) und der SPÖ (63). Aber auch 51 Prozent der Neos-, 46 Prozent der ÖVP- und 41 Prozent der FPÖ-Anhängerinnen und -Anhänger befürworten sie. 

Die grundsätzliche Ablehnung einer Erbschafts- und Schenkungssteuer ist bei FPÖ-Anhängerinnen und Anhängern (50 Prozent) am stärksten ausgeprägt, gefolgt von jenen der ÖVP (39 Prozent). Eine Steuer auf alle Erbschaften und Schenkungen stößt in keinem politischen Lager auf nennenswerte Akzeptanz.

Erbschaftssteuern kein Thema in der Koalition

25 Prozent der 1.000 Befragten (repräsentativ für die (webaktive) österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren) geben an, bereits eine Erbschaft oder eine größere Schenkung erhalten zu haben, weitere 28 Prozent rechnen laut Gallup damit. Berücksichtige man die Überschneidung beider Gruppen, betrifft dies insgesamt 44 Prozent der Bevölkerung. Ob jemand zu dieser Gruppe zählt oder nicht, habe keinen Einfluss auf die Einstellung zur Erbschafts- und Schenkungssteuer, so das Institut.

In der aktuellen Legislaturperiode ist eine Einführung von Erbschafts- und Schenkungssteuern nicht vorgesehen. Darauf haben sich die Regierungsparteien ÖVP, SPÖ und Neosereits in den Koalitionsverhandlungen verständigt. Zwar ist die SPÖ - anders als ÖVP und Neos - grundsätzlich für die Etablierung solcher Steuern, betont wird aber auch seitens der Sozialdemokratie mit Verweis auf das Regierungsprogramm immer wieder, dass diese in der aktuellen Legislaturperiode kein Thema seien.

Kommentare