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Politik Inland
03/25/2022

E-Control-Chef: "Optimistisch, dass die Energiepreise wieder sinken"

Wolfgang Urbantschitsch sagt, dass neue Verträge geschlossen werden müssen - dann werde sich die Lage auch wieder entspannen.

von Raffaela Lindorfer

Die Gasspeicher sind aktuell nur zu zwölf Prozent gefüllt. Wie lange kommt Österreich damit aus, wenn Russland von heute auf morgen die Leitungen kappen sollte? E-Control-Chef Wolfgang Urbantschitsch beruhigt am Freitagabend in der ZiB2: "Der Füllstand ungefähr entspricht der Jahreszeit. Wenn es zu einer Unterbrechung kommt, gibt es noch andere Quellen." 

Es gebe noch genug Gas, um über diesen Winter zu kommen, Ziel müsse nun sein, die Speicher wieder zu füllen, damit es auch für den nächsten Winter reicht, erklärte der E-Control-Chef. 

Eine Million Haushalte in Österreich heizten mit Gas, Gas spiele aber auch bei der Stromversorgung eine Rolle. Das oberste Ziel sei freilich, diese Stromversorgung aufrecht zu erhalten, sagt Urbantschitsch, sonst drohten Blackouts. 

Er kritisiert, dass es Österreich bis dato nicht gelungen sei, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und von russischem Gas zu verringern. "Das muss jetzt das Ziel sein auf europäischer und nationaler Ebene." 

Die Preise für Energie sind seit Ausbruch des Ukraine-Krieges massiv gestiegen, es besteht die große Sorge, dass der Ausstieg aus dem russischen Gas die Preise noch weiter in die Höhe treiben könnte.

Urbantschitsch sagt, dass jetzt neue, langfristige Verträge geschlossen werden könnten - mit anderen Gaslieferanten wie Algerien, Aserbaidschan oder Norwegen. "Dann bin ich optimistisch, dass sich die Situation beim Preis wieder entspannen wird und die Preise wieder sinken."

Als richtigen Schritt beurteilt er den Beschluss des Nationalrats, dass künftig sogenannte "strategische Reserven" an Gas gebildet werden müssen - hier gehe es um eine Reserve, die einem Monatsverbrauch entspreche. "Dieses Gas steht im Krisenfall zur Verfügung." 

Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, in zwei Jahren komplett unabhängig von russischem Gas zu sein. Kann das auch in Österreich gelingen? Der E-Control-Chef hält das "nicht für realistisch". Er weist aber darauf hin, dass bereits jetzt 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien kommen. Das Ziel sind 100 Prozent bis zum Jahr 2030. "Damit kann man auch die Abhängigkeit verringern."

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