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Politik Inland
08/21/2020

Deutschprüfungen für Flüchtlinge und Migranten werden barrierefrei

Die Prüfung wird für Flüchtlinge und Migranten mit Seh-, Sprach- oder Hörbeeinträchtigungen oder motorischen Beeinträchtigungen angepasst.

Braille-Zeile, Screenreader-Software, Lesegerät oder induktiver Höranlage: Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) stellt ab sofort ein barrierefreies Deutschprüfungsangebot zur Verfügung. Für Flüchtlinge und Migranten mit Seh-, Sprach- oder Hörbeeinträchtigungen oder motorischen Beeinträchtigungen wird die laut Integrationsgesetz für Asylwerber und subsidiär Schutzberechtigte nötige Prüfung angepasst.

Wer daran teilnehmen möchte, muss eine Beeinträchtigung nachweisen können, die es nicht zulässt, eine herkömmlichen Deutschprüfungen abzulegen.

Bisher wurde bei betroffenen Personen, die eine Deutschprüfung ablegen wollten, je nach Bedarfsfall entschieden, hieß es am Freitag aus dem Büro der Ministerin. Bei Menschen mit Hörbeeinträchtigungen wurde etwa ein Gebärdendolmetscher zur Verfügung gestellt, es gab viele individuelle Entscheidungen, hieß es. Ab jetzt gebe es - vorerst für Deutschprüfungen in den Sprachstufen A2 und B1 - einen klaren Ablauf für die Prüfungen. 

„Deutsch zu lernen ist der Schlüssel zur Integration in Österreich. Es ist mir ein persönliches Anliegen, dass auch Menschen mit Hör- oder Sprachbeeinträchtigung sowie motorischen oder Sehbeeinträchtigungen Deutschprüfungen absolvieren können", sagt Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP). Dass bei den Prüfungen des Österreichischen Integrationsfonds nun auf diese spezifischen Bedürfnisse eingegangen werde und auch Zuwanderer mit Beeinträchtigung ihr Deutschniveau nachweisen können, freue sie daher besonders.

Das Konzept hat der ÖIF gemeinsam mit Experten einschlägiger Einrichtungen wie etwa dem Bundesblindeninstitut Wien (BBI), dem Beratungscenter VOX sowie „Universität Graz – Zentrum integriert Studieren“ erarbeitet. 

Die Prüfer wurden intensiv für die Abhaltung der Prüfungen mit den notwendigen technischen Hilfsmitteln geschult, heißt es aus dem Integrationsministerium.

Ab 28. August 2020 fördert der ÖIF darüber hinaus im Rahmen der Individualförderung gezielt Deutschkursplätze für Menschen mit Mobilitätsbeeinträchtigungen, Seh- oder Hörbeeinträchtigungen. 

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