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Politik Inland

Der Neue: Das ist Norbert Totschnig

Er war bei Spindelegger, dann bei Mitterlehner und dann im Bauernbund

von Bernhard Gaul

05/10/2022, 01:02 PM

Vom ├ľVP-Bauernbund ins Landwirtschaftsministerium, diesen f├╝r ├ľsterreich typischen Karriereweg geht nun auch der 47-j├Ąhrige Osttiroler Norbert Totschnig. Seit 2017 ist er Direktor des Bauernbunds, davor arbeitete er in den Kabinetten von Michael Spindelegger und Reinhold Mitterlehner und als Referent im ├ľVP-Klub. Als Generalsekret├Ąr der Bauernbund-Jugend war er von 2002 bis 2007 f├╝r den kultigen Jungbauernkalender verantwortlich und sorgte f├╝r l├Ąndliche Erotik.

Seiner Partei attestierte Totschnig schon in der Sch├╝ssel-├ära Sex-Appeal. "Sie ist mindestens so sexy, wie die Jungbauernschaft. Wie sexy die sein kann, hat sie mit dem Jungbauernkalender bewiesen", sagte er bei der Wahlparty nach der Nationalratswahl 2002. F├╝r ihn stand die ├ľVP damals f├╝r Jugend, Fortschritt und die Zukunft.

Apropos Zukunft: Die Folgen der Klimakrise in ├ľsterreich - Stichwort Trockenheit - besch├Ąftigen den Agrarier schon l├Ąnger. Gerade im Waldviertel hat der Borkenk├Ąfer den Fichten in den vergangenen Jahren stark zugesetzt. Nachdem 2019 ├╝ber 60 Prozent der Holzernte Schadholz war, verhandelten er und der Bauernbund mit Vorg├Ąngerin Elisabeth K├Âstinger (├ľVP) einen letztlich mit 350 Mio. Euro dotierten Waldfonds.

Im Wald ist Totschnig auch privat gerne unterwegs. Wenn er Ostirols Natur und Bergwelt vermisst, geht der seit 2001 in Wien lebende Familienvater als Ausgleich im Wienerwald "jagern", wie er 2019 der "Kleinen Zeitung" erz├Ąhlte. Eine klare Meinung hat er zum Wolf. "Was nicht geht, ist, dass wir zusehen, wie die Nutztiere gerissen, die Bauern demotiviert werden und die Almwirtschaft zugrunde geht", sagte Totschnig in dem Interview.

Seine Heimat Osttirol verlie├č der HTL-Absolvent im Alter von 19 Jahren f├╝r das Studium der Internationalen Wirtschaftswissenschaften, dass er 2001 in Innsbruck abschloss. Seine Diplomarbeit schrieb er ├╝ber "E-Business f├╝r die Forstwirtschaft in der Europaregion Tirol". Ein R├╝ckkehr von den Wiener Stra├čenschluchten in die Osttiroler Gebirgst├Ąler schloss Totschnig in dem Zeitungsinterview 2019 nicht aus. "Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich habe auch einen kleinen Baugrund in Tristach."

Die Berge besch├Ąftigten den bisherigen Interessensvertreter aber auch in der Bundeshauptstadt. Eine f├╝r die Zukunft entscheidende Frage wird laut Totschnig sein, "wie man das agrarpolitisch gestaltet, damit die Bergbauern eine Chance haben, zu bleiben" - diese Gestaltungsmacht liegt nun in seinen H├Ąnden.

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