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Porträt
12/03/2021

Claudia Plakolm: Das ist die neue Staatssekretärin

Die 26-Jährige Oberösterreicherin ist Bundesobfrau der JVP. Im Nationalrat sitzt sie, seit sie 22 ist.

von Elisabeth Hofer

Es kam einigermaßen überraschend. Nachdem der ehemalige ÖVP-Staatssekretär im Klimaministerium, Magnus Brunner, nun Finanzminister ist, wird ein türkises Staatssekretariat frei. Besetzen wird es die 26-jährige JVP-Chefin und Nationalratsabgeordnete Claudia Plakolm. Sie wird Staatssekretärin im Bundeskanzleramt. "Zur Unterstützung", wie der designierte Bundeskanzler Karl Nehammer sagte. Kümmern soll sich Plakolm vor allem um die Themen Jugend und Generationen.

"Gerade die letzten Monate waren pandemiebedingt für uns Junge nicht einfach. Ich werde als jüngstes Mitglied im Team von Karl Nehammer in meiner neuen Funktion eine starke Stimme für die jungen Menschen in Österreich sein und dafür sorgen, dass ihre Anliegen in der täglichen Regierungsarbeit Gehör finden", teilt Plakolm in einer Aussendung mit.

Dass Plakom nun Staatssekreätrin wird, sei vor allem Frauenministerin Susanne Raab ein großes Anliegen gewesen, heißt es. Sie stammt wie Plakolm aus Oberösterreich. Auch sei ihr eine "junge weibliche Stimme" wichtig gewesen.

Als Plakolm im November 2017 mit 22 Jahren als jüngste Abgeordnete in den Nationalrat einzog, war die Politik kein unbekanntes Gebiet für sie. Ihr Vater ist Bürgermeister der Mühlviertler Gemeinde Walding, Plakolm war am Gymnasium in Linz Schulsprecherin, später Landesobfrau der JVP Oberösterreich. Seit 15. Mai 2021 ist Plakolm Bundesobfrau der Jungen ÖVP (JVP).

Aus ihrer Herkunft macht sie keinen Hehl – zu ihrer Angelobung im Nationalrat erschien sie im Dirndl. Ihre Reden im Plenum hält sie im Mühlviertler Dialekt. Neben der politischen Arbeit und zahlreichen freiwilligen Engagements wie bei der „Musi“ (Blasmusikkapelle ihrer Heimatgemeinde) ist Plakolm derzeit dabei, ihr Wirtschaftspädagogik-Studium an der Universität Linz abzuschließen.

Politisch hat sie sich etwa für ein passives Wahlrecht ab 16 Jahren "zumindest auf kommunaler Ebene" eingesetzt.  „Wir haben viele junge Gemeinderäte, und es würde junge Menschen motivieren, politisch tätig zu werden, wenn man ab 16 auch wählbar wäre“, erklärte sie dem KURIER im August 2020.

 

Davon abgesehen, hält Plakolm, die regelmäßig zwischen Wien und Oberösterreich pendelt, wenig davon, zwischen herkömmlichen politischen Themen und Themen für Junge zu unterscheiden. „Ich glaube, es braucht in allen politischen Entscheidungen alle Generationen, die an einem Strang ziehen“, sagte sie. Oft seien es gerade die älteren Kollegen, die sagen „geht ihr voran, was sind eure Meinungen dazu, weil euch wird das schlussendlich betreffen“. Insofern sei „jede Entscheidung, die im Parlament gefällt wird, Jugendpolitik, egal ob es die Steuerreform ist, oder es um Digitalisierung geht“.

Einige Aufmerksamkeit erregte Plakolm, als sie sich im September in einem Video über die Corona-Politik der Kickl-FPÖ aufregte. "Dass blaue Spitzenfunktionäre nach außen als Impfgegner auftreten und sich heimlich aber impfen haben lassen, das ist unfassbar!Ohne schlechtem Gewissen die Menschen und vor allem die eigene Wählerschaft anzulügen, das ist politischen Verantwortungsträgern einfach unwürdig. Ihr ratet allen anderen von der Impfung ab, habt euch aber selber ohne zu zögern impfen lassen und diese Doppelmoral gefährdet all jene, die euch vertrauen und vor allem diese Fake News auch lesen und weiterverbreiten", kritisierte sie.

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