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Politik Inland
05/16/2021

Bonus für Ärzte und Pfleger wird begrüßt, Gewerkschaft hätte gern mehr

Die rund 189.000 Bediensteten in Krankenhäusern, stationären Einrichtungen bzw. mobilen Pflegediensten sollen im Durchschnitt rund 500 Euro bekommen.

Der von der Regierung am Samstag angekündigte Corona-Bonus von durchschnittlich 500 Euro für Ärzte und Pflegepersonal wird rundum begrüßt. Manche hielten allerdings mehr für angebracht: Die Gewerkschaft pochte auf 1.000 Euro für alle Beschäftigten mit erhöhtem Infektionsrisiko, die FPÖ auf ihren "Österreich-Tausender".

"Endlich sieht auch die Bundesregierung ein, dass die HeldInnen der Krise eine finanzielle Belohnung verdient haben. Der Druck des ÖGB hat sich ausgezahlt", zeigte sich ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian am Sonntag in einer Aussendung durchaus erfreut. Das sei immerhin ein Teilerfolg. Der ÖGB werde sich aber "hartnäckig" dafür einsetzen, dass alle "HeldInnen der Krise" eine finanzielle Anerkennung bekommen.

"Versuch von türkisen Problemen abzulenken"

"Das kann nur ein erster Schritt sein. Eine Belohnung haben sich viele Berufe und Branchen verdient", stellte auch der Vorsitzende der Gewerkschaft younion, Christian Meidlinger, fest. Und er sah noch einen anderen Aspekt: "Natürlich versuchen Kurz, Blümel und Co mit dieser Auszahlung von den Problemen rund um türkisen Postenschacher und den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den Bundeskanzler abzulenken." - Aber, so merkte der Gewerkschafter an, "den Beschäftigten der österreichischen Spitäler kann das egal sein".

Fast ein Jahr lang habe man gemeinsam mit den Arbeitskräften den Bonus für Pflegekräfte gefordert, "jetzt braucht es eine rasche Umsetzung", drängte Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA. Bis zum Sommer die rechtlichen Grundlagen zu schaffen - wie es die Regierung ankündigt hat - sei "zu langsam". Außerdem seien auch dringend Maßnahmen zur Entlastung nötig - etwa "mehr Freizeit und vor allem mehr zusätzliches Personal" im Pflegebereich.

Hofer will "Österreich-Tausender"

Lob kam in diesem Fall auch von der Opposition: FPÖ-Chef Norbert Hofer begrüßte den angekündigten Bonus für Mitarbeiter im Gesundheitsbereich. Aber auch er will ein "umfassenderes Paket" - konkret einen "Österreich-Tausender" für jeden Österreicher, der bei allen hier Steuer zahlenden Unternehmen eingelöst werden kann. Außerdem müssten Infrastrukturinvestitionen vorgezogen und Familien stärker unterstützt werden, verlangte Hofer in einer Aussendung.

Seitens der Grünen lobte Pflegesprecherin Bedrana Ribo die Bonuszahlung. Und sie zeigte sich zuversichtlich, dass mit Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) die dringend nötige Pflegereform gelingen werde - mit mehr Personal, besseren Rahmenbedingungen, finanzieller Unterstützung in der Ausbildung, längerfristiger Entlastung des Pflegepersonals.

Mückstein hat gemeinsam mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Samstag für nächste Woche einen ÖVP-Grün-Initiativantrag angekündigt, mit dem bis zum Sommer die rechtliche Grundlage für eine steuerfreie Bonuszahlung für Ärzte und Pflegepersonal geschaffen werden soll. Die rund 189.000 Bediensteten in Krankenhäusern, stationären Einrichtungen bzw. mobilen Pflegediensten sollen im Durchschnitt rund 500 Euro bekommen. Zuständig für die Auszahlungen werden die Länder und Einrichtungen sein. Sie können nach Belastung differenzieren und etwa für den Einsatz auf Covid- oder Intensivstationen mehr geben.

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