Heftige Kritik von Kamala Harris: Der Klimagipfel in Wien als Anti-Trump-Rallye
Kamala Harris und Arnold Schwarzenegger.
Die US-Politprominenz, die Arnold Schwarzenegger zum zehnjährigen Jubiläum seines Austrian World Summit in die Wiener Hofburg holte, war eindrucksvoll.
Die 49. Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten, Kamala Harris, wie auch der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, beide Demokraten, folgten der Einladung des Republikaners Schwarzenegger.
Aus Österreich kamen Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Christian Stocker und Umweltminister Norbert Totschnig.
UN-Generalsekretär António Guterres schickte eine Grußbotschaft per Video. Diese Möglichkeit nützte dann auch kein Geringerer als Papst Leo XIV., der die Notwendigkeit für Klimaschutz auch als eine christliche Pflicht beschrieb – abgeleitet von den göttlichen (theologischen) Tugenden „Glaube, Liebe, Hoffnung“.
Für den Papst – der dabei auf seine im Mai veröffentlichte Enzyklika „Magnifica humanitas“ verwies – ist die Umweltkrise „kein isoliertes Problem, sondern vielmehr der ökologische Aspekt der gegenwärtigen sozioökonomischen Krise“.
Abrechnung mit Trump
Als Kamala Harris gemeinsam mit Schwarzenegger auf die Bühne geholt wurde, folgte weniger eine Klimadiskussion, sondern eine scharfe Abrechnung mit der Trump-Administration, die Harris als „gefühlloseste, korrupteste und inkompetenteste Administration“, die es je gegeben habe, bezeichnete.
Harris betonte, sie hätte als Präsidentin niemals einen Krieg gegen den Iran begonnen, dieser sei nur der „Selbstgefälligkeit“ Trumps geschuldet. Und auch der „Deal“, der mit dem Iran nun ausverhandelt werde, sei sicher nicht besser als jener von Präsident Barack Obama.
Alleine wegen der gestiegenen Treibstoffpreise habe der Krieg den durchschnittlichen US-Amerikaner 500 Dollar an zusätzlichen Ausgaben gekostet, sagte Harris weiter. Dabei sei der US-Durchschnittsbürger „nur 400 Dollar an unerwarteten Ausgaben von der Pleite entfernt“, fügte sie hinzu. Und mit Blick auf die Midterm-Wahlen in den USA im November meinte sie: „Ich habe keine Zweifel, dass wir die Midterms gewinnen werden.“
Austrian World Summit
Zurück zum Klimaschutz: Die Idee hinter dem Summit war von Beginn an eine andere als etwa bei den riesigen, klassischen Klimakonferenzen. Schwarzenegger wollte nicht auf die großen Nationalstaaten warten, sondern Akteure auf der Ebene darunter – Regionen, Städte, Unternehmen, Zivilgesellschaft – zusammenbringen, um Erfahrungen und Best-Practice-Modelle vor den Vorhang zu holen und am Ende alle zum Handeln bringen.
Am öftesten fiel bei dieser Konferenz in der Wiener Hofburg der Begriff „unstoppable“: Denn trotz großer Rückschritte im Klimaschutz – US-Präsident Trump nennt das Thema einen Riesenschwindel und beendete die Teilnahme der USA am Pariser Klimaabkommen – sei längst klar, dass sich die Veränderung ohnehin nicht mehr aufhalten lasse.
Am deutlichsten ist das bei Thema Energie zu sehen: Erneuerbare Energieproduktion durch Photovoltaik oder Windkraft ist längst die billigste Form der Stromgewinnung geworden, auch wenn Trump sich derzeit für schmutzige Kohlekraftwerke stark macht.
„Unstoppable“
„Die grüne Energierevolution ist unaufhaltsam“, zeigte sich der einstige kalifornische Gouverneur Schwarzenegger erfreut. Erneuerbare würden inzwischen 50 Prozent der Energie weltweit ausmachen (eigentlich nur der Elektrizitätsgewinnung), und diese Entwicklung zeige, was „unstoppable“ bedeutet. Die Lösungen seien da, „hört auf zu hoffen, fangt an, etwas zu verändern“, lautete abschließend sein Rat.
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