Kamala Harris bei Schwarzeneggers Austrian World Summit
Die Hofburg ist wieder Weltbühne. Der 10. Austrian World Summit bringt hochkarätige Stimmen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft zusammen – darunter Kamala Harris, 49. Vizepräsidentin der USA, Minnesota-Gouverneur Tim Walz sowie EU-Energiekommissar Dan Jørgensen.
Und aus Österreich Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Christian Stocker und Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig.
Das Motto: „We Are Unstoppable." Aber ist das eine Ansage oder doch nur eine Frage?
Die Idee hinter dem Summit war von Beginn an eine andere als etwa bei den riesigen, klassischen Klimakonferenzen. Schwarzenegger wollte nicht auf die großen Nationalstaaten warten, sondern Akteure auf der Ebene darunter – Regionen, Städte, Unternehmen, Zivilgesellschaft – zusammenbringen, um Wissen und Erfahrungen und Best Practice-Modelle zu verstehen und am Ende alle zum Handeln bringen.
Das Motto der dritten Ausgabe lautete programmatisch: „Less talk, more action." Kein UN-Verhandlungsmarathon, kein diplomatisches Tauziehen – stattdessen ein Blick für all das, was tatsächlich funktioniert.
Gemeinsam handeln
Die Organisatorin Monika Langthaler fasst es so zusammen: Es gibt keine einzelne Lösung im Kampf für einen gesunden Planeten. Entscheidend sei, dass alle dasselbe Ziel verfolgen und gemeinsam handeln.
Und zehn Jahre später? „Der Austrian World Summit hat sich von einer internationalen Konferenz zu einem ganzen Ökosystem für Klima- und Umweltschutz entwickelt", sagt Langthaler. Expo, Netzwerk, Solutions Hub, Städtepartnerschaften – der AWS war immer anders als normale Konferenzen.
Was die Konferenz auch sagt: Viele positive und innovative Entwicklungen würden inmitten negativer Schlagzeilen schlicht nicht wahrgenommen.
Tatsächlich: Erneuerbare Energie expandiert global, Elektromobilität wächst, die Kreislaufwirtschaft nimmt Fahrt auf. Alles längst "unstoppable". Schwarzenegger selbst formulierte es so: „Zehn Jahre später sehen wir, was möglich ist, wenn Menschen zusammenkommen und handeln."
Aber wirklich "unstoppable"? Das Motto ist auch eine Reaktion auf das geopolitische Klima: auf Trumps Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen, auf das Erstarken klimaskeptischer Parteien in Europa, auf die Aushöhlung des Green Deals. Die Veranstalter halten dagegen: Klimaschutz lohne sich trotz der unsicheren geopolitischen Lage.
Ob das stimmt, entscheidet sich nicht in der Hofburg. Es entscheidet sich in Parlamenten, in Budgets, in nationalen Klimaplänen. Auch Österreich gehört da nicht zur Weltspitze. Das neue Budget hat eindeutig keine Priorität beim Klimaschutz, und auch wesentliche Gesetze wie das Klimaschutzgesetz haben seit inzwischen sechs Jahren keine Chance auf einen Beschluss
Bis dahin bleibt „We Are Unstoppable" das, was es auch ist: ein Bekenntnis. Und eine Frage.
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