Politik | Inland
26.03.2018

Auch Wirtschaftsministerin Schramböck war Energetikerin

In der Diskussion um das KH Nord wurde das Berufsbild der Energetiker zum Thema. Margarete Schramböck hatte einen entsprechenden Gewerbeschein.

Der Berufsstand der Energetiker ist mit den Enthüllungen rund um das Wiener Krankenhaus Nord auch in die politischen Schlagzeilen gekommen. Dort sorgte ein öffentlicher Auftrag über 95.000 Euro für einen "Energie-Schutzring" für Aufsehen. Nun wurde auch noch bekannt, dass schon im Jahr 2006 eine geomantische Esoterik-Studie für die Seestadt Aspern für 19.000 Euro angefertigt wurde.

Es handelt sich offenbar um ein potenziell einträgliches Gewerbe, das nicht bloß von weltentrückten, esoterischen Spinnern ausgeübt wird. Dieser Eindruck verfestigt sich nun erneut, nachdem auf Twitter sogar die aktuelle Wirtschaftsministerin als ehemalige Humanenergetikerin geoutet worden ist. Zumindest hat Margarete Schramböck (ÖVP) laut Gewerberegister eine entsprechende Gewerbeberechtigung besessen, die sie dazu befähigt hat, zum Beispiel Techniken wie Feng Shui oder Wünschelrutengehen anzuwenden oder lunare Energien und kinesiologische Methoden kommerziell zu nützen.

Von 1. November 2010 bis 5. Jänner 2018 hat die ehemalige A1-Managerin diesen Gewerbeschein besessen, wie das Büro der Ministerin krone.at bestätigt hat. Schramböck habe den Gewerbeschein "rein aus persönlichem Interesse gelöst, den Beruf als Energetikerin aber nie aktiv ausgeübt“, heißt es demnach im Wissenschaftsministerium. Schramböck ist seit 18. Dezember 2018 Wissenschaftsministerin und seit 8. Jänner 2018 Ministerin für Wirtschaft und Digitales.

Team-Kärnten-Chef löst Blockaden

Zumindest einen Politiker gibt es, der tatsächlich als Energetiker tätig ist. Gerhard Köfer, früher SPÖ, dann Team Stronach, jetzt Team Kärnten, legt Klienten seine Hände auf, ohne den Körper zu berühren. Über das biomagnetische Feld des Körpers will Köfer Blockaden lösen können. Laut Medienberichten gehen die Einnahmen durch die Nebenbeschäftigung in Köfers caritativen Kinderfonds.

Der ehemalige Spittaler Bürgermeister schaffte  erst kürzlich den Wiedereinzug in den Kärntner Landtag, allerdings wird Köfer nicht mehr der künftigen Landesregierung angehören. Möglicherweise nimmt er deswegen seine Tätigkeit als Energetiker wieder auf, wie Köfer kürzlich via Instagram ankündigte.

Das Gewerbe Humanenergetik im Wortlaut:

"Hilfestellung zur Erreichung einer körperlichen bzw. energetischen Ausgewogenheit mittels der Methode von Dr. Bach, mittels Biofeedback oder Bioresonanz, mittels Auswahl von Farben, mittels Auswahl von Düften, mittels Auswahl von Lichtquellen, mittels Auswahl von Aromastoffen, mittels Auswahl von Edelsteinen, mittels Auswahl von Musik, unter Anwendung kinesiologischer Methoden, mittels Interpretation der Aura, mittels Magnetfeldanwendung, durch sanfte Berührung des Körpers bzw. gezieltes Auflegen der Hände an bestimmten Körperstellen, mittels Cranio Sacral Balancing, durch Berücksichtigung bioenergetischer, geobiologischer, elektrobiologischer, baubiologischer und geomantischer Gesichtspunkte, durch Berücksichtigung der Auswirkungen der energetischen Geometrie und Lichtphysik, mittels Feng Shui, Zen, Vastu bzw. anderer lebensraumrelevanter Aspekte verschiedener Epochen und Kulturen, mittels Numerologie, mittels Wassersuche sowie radiästhetischen Untersuchungen mit Rute, Pendel etc, mittels Wahrnehmung raumenergetischer Phänomene mit und ohne Geräteunterstützung, durch Berücksichtigung von Planetenkonstellationen und lunaren Energien“