Andreas Holzer bleibt Chef des Bundeskriminalamts
General Andreas Holzer ist jener Beamte im Innenministerium, der den Kriminaldienst am besten kennt. Der Salzburger war schon 2001 vom damaligen ÖVP-Innenminister Ernst Strasser nach Wien geholt worden, um die Kriminaldienstreform durchzuziehen. Seit 2021 ist Holzer, mittlerweile im Rang eines Generals, Chef des Bundeskriminalamts. Und er wird es auch noch die kommenden fünf Jahre sein. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hat seinen Vertrag dieser Tage um fünf Jahre verlängert.
Minister Karner zur Verlängerung: „Andreas Holzer hat das Bundeskriminalamt in den letzten fünf Jahren nicht nur umsichtig, sondern auch mit strategischem Weitblick geführt. Das Ziel dabei ist klar: Sicherheit für die Menschen in unserem Land. Der eingeschlagene Weg wird in den kommenden Jahren unter der Führung von General Andreas Holzer konsequent weiterbeschritten werden.“
Turbulente Jahre
Dabei hatte Holzer in den vergangenen Jahren einige Turbulenzen zu überstehen. Nach dem Auffliegen des Ibiza-Videos mit dem damaligen FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus leitete er die SOKO Tape, die die Hintergründe dazu herausfinden sollte. Immerhin hatte das Video für das Ende der türkis-blauen Regierung unter Sebastian Kurz gesorgt. Die SOKO Tape geriet dabei in Konflikt mit der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft WKStA und Holzer wurde zweimal vor den U-Ausschuss geladen.
Gerichtlich kämpfte er in diesem Zusammenhang gegen die Vorwürfe, die der ehemalige Grüne Peter Pilz in einem Buch über Sebastian Kurz erhoben hatte. Der Verlag einigte sich mit ihm, das Buch nicht mehr auszuliefern. Genauso erfolgreich war er mit einer Klage gegenüber der Plattform von Peter Pilz.
Ermittlungen im Internet
Für die kommenden fünf Jahre ist eines der Hauptziele des Bundeskriminalamts, die Kompetenzen für die Ermittlungen im digitalen Raum auszubauen. Gleichzeitig soll die Kriminalpolizei organisatorisch weiter entwickelt werden. Ein Schwerpunkt soll dabei der Kampf gegen die Organisierte Kriminalität im Hinblick auf den Balkan und den osteuropäischen Raum sein.
Für Franz Ruf, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, ist General Holzer der richtige Mann für diese Weiterentwicklung: „Andreas Holzer steht für eine Kriminalpolizei, die vernetzt denkt und vorausgeht. Mit seiner Weiterbestellung setzen wir bewusst auf Kontinuität. Er bringt langjährige Erfahrung in der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität mit und verbindet klassische Ermittlungsmethoden mit neuen, digitalen Ansätzen.“
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