Kim und Trump

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Politik Ausland
02/06/2019

Zweiter Gipfel zwischen Trump und Kim fix Ende Februar

Der US-Präsident preist sein gutes Verhältnis zum Diktator. Die Geheimdienste sind skeptisch, die UNO berichtet Beunruhigendes.

US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un werden sich gut acht Monate nach ihrem historischen Gipfel in Singapur erneut treffen. Die Zusammenkunft werde am 27. und 28. Februar in Vietnam stattfinden, kündigte Trump am Dienstagabend (Ortszeit) bei seiner Rede zur Lage der Nation in Washington an.

Das Treffen in Singapur war das überhaupt erste Mal, dass ein US-Präsident im Amt mit einem nordkoreanischen Machthaber zusammenkam. In Singapur betonte Kim zwar seine grundsätzliche Bereitschaft zur "kompletten Denuklearisierung", also zur atomaren Abrüstung. Doch gab es keine konkreten Zusagen, bis wann Nordkorea sein Atomwaffenarsenal abrüsten will und wie die Gegenleistungen der USA aussehen könnten.

Streitpunkt Denuklearisierung

Die Führung des isolierten Landes hat Washington wiederholt vorgeworfen, es zu einer einseitigen Abrüstung zwingen zu wollen. Zuletzt verstärkte Pjöngjang deshalb seine Forderung nach einer Lockerung der internationalen Sanktionen. Dabei führte das stalinistische Land auch eigene Schritte zur Denuklearisierung an, einschließlich eines Abbaus seines Atomtestgeländes und einer Testeinrichtung für Raketenantriebe.

Trump glaubt, Krieg abgewendet zu haben

Nordkorea hatte im Sommer zudem die sterblichen Überreste von US-Soldaten aus dem Korea-Krieg (1950-53) übergeben. Die USA und Südkorea setzten ihrerseits gemeinsame große Militärmanöver aus. Trump hat aber bisher deutlich gemacht, dass er vorerst an der Politik des maximalen Drucks auf Nordkorea festhalten wolle.

"Unsere Geiseln sind nach Hause gekommen, Nukleartests haben aufgehört und es hat 15 Monate lang keinen Raketenstart gegeben", sagte Trump. "Wenn ich nicht zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden wäre, wären wir meiner Meinung nach in einen großen Krieg mit Nordkorea verwickelt, mit potenziell Millionen getöteten Menschen." Es sei noch viel Arbeit zu tun, aber sein Verhältnis zu Kim sei gut.

Geheimdienste sehen das anders

Die US-Geheimdienste hatten erst kürzlich klargestellt, dass es derzeit keine Anhaltspunkte dafür gebe, dass Nordkorea gewillt sei, seine Massenvernichtungswaffen komplett aufzugeben. Diese würden auch als politische Sicherheit zur Fortsetzung des kommunistischen Herrschaftssystems in Nordkorea eingesetzt.

UN-Bericht: Nordkorea sichert Atomraketen ab

Gefährliches meldet auch die UNO. Nordkoreas Programme für Atomraketen sowie ballistische Flugkörper sind einem vertraulichen Bericht von UN-Aufsehern zufolge weiter intakt. Das Land arbeite daran, diese gegen einen Militärschlag abzusichern, heißt es in dem von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen Bericht für den Sanktionsausschuss des UN-Sicherheitsrats.