Xi Jinping wird 70: Wie sich der Westen in ihm geirrt hat

Xi Jinping wird 70: Wie sich der Westen in ihm geirrt hat
Seit Jahren gilt Chinas Präsident als mächtigster Mann der Welt. Vor elf Jahren wurde er noch als Reformer gepriesen, doch seit seiner Kindheit peilte er die Alleinherrschaft an.

Was hatten westliche Medien nicht über ihn geschrieben, als Xi Jinping vor elf Jahren als frisch gewählter chinesischer Präsident die Vereinigten Staaten besuchte: Ein "selbstbewusster Reformer" (Washington Post), ein "unverkrampfter Saubermann" (FAZ) habe das Ruder in Peking übernommen. 

Über den Charakter des damals 59-jährigen Xi war zu diesem Zeitpunkt im Westen noch wenig bekannt. Aufgrund seines Werdegangs als Parteichef der Wirtschaftsmetropole Schanghai erwarteten etliche Beobachter unter seiner Führung zwar ein eigenständigeres China als zuvor, aber auch eine Weiterführung der marktwirtschaftlichen Öffnung, die unter Xis Vorgängern begonnen hatte.

Wie falsch sie gelegen hatten. Heute feiert Xi Jinping seinen 70. Geburtstag und hat China so fest im Griff wie vor ihm nur Mao Zedong. Nach einer Verfassungsänderung und seiner Wiederwahl im Oktober wird er das Land wohl bis zum Ende seines Lebens regieren. Damit gilt Xi gemeinhin als mächtigster Mann der Welt.

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Dass dieser Aufstieg zum Alleinherrscher vor elf Jahren nicht vorhersehbar war, dürfte Teil seines Plans gewesen sein. Denn ein Blick auf die traumatischen Erlebnisse in Xis Vergangenheit zeigt, dass er schon als junger Mann nur ein Ziel für sich - und seine Nation - im Blick hatte.

Xi war in seiner Kindheit enorm privilegiert, dann verlor er in der Kulturrevolution alles

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