Waffenruhe zu Ostern? Selenskij zeigt sich gesprächsbereit
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat sich offen für eine Waffenruhe über Ostern gezeigt. Wie er am Montag in einem Whatsapp-Chat mit Journalisten weiter sagte, erhält sein Land derzeit von einigen Verbündeten Signale, die weitreichenden Angriffe auf den russischen Ölsektor zurückzufahren. Falls Russland das ukrainische Energiesystem nicht mehr attackiere, sei die Ukraine sei im Gegenzug bereit, ihre Angriffe einzustellen, so Selenskij.
"Eine Waffenruhe für Ernährungssicherheit und Energie, also sowohl auf See als auch in der Luft. Vollständig – damit weder Raketen noch Drohnen fliegen. Keine Angriffe auf die Infrastruktur", sagte Selenskij im Gespräch mit Journalisten. Die Ukraine habe dies vorgeschlagen, Russland solle einen Termin nennen. Noch besser wäre natürlich eine dauerhafte Waffenruhe.
Ostertermine unterscheiden sich im Osten und Westen
Selenskij sagte nicht, welche Ostertage er meint. Die orthodoxen Kirchen in der Ukraine wie in Russland feiern das Osterfest heuer am 12. April - eine Woche nach den westlichen Kirchen. In dem seit über vier Jahren dauernden Krieg hat es mehrere Versuche gegeben, ein Schweigen der Waffen an hohen Feiertagen zu vereinbaren. Meist hatte dies wenig Einfluss auf die Kämpfe. Zuletzt verkündete der russische Machthaber Wladimir Putin 2025 Feuerpausen über Ostern und die Weltkriegsgedenktage im Mai, lehnte aber eine Weihnachts-Waffenruhe ab.
Mobilisierung von Soldaten "nicht auf der Agenda"
Das russische Präsidialamt trat indes Spekulationen entgegen, wonach in Russland eine militärische Mobilmachung geplant sei. "Diese Frage steht nicht auf der Agenda", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag. Kreml-Chef Putin hatte im September 2022 die erste Teilmobilmachung des Landes seit dem Zweiten Weltkrieg angeordnet. Der damalige Verteidigungsminister Sergej Schoigu sprach zu dem Zeitpunkt von 300.000 Reservisten, die eingezogen werden sollten. Daraufhin mehrten sich die Anzeichen für eine Absetzbewegung von Russen im wehrfähigen Alter. Über eine weitere Mobilisierung in Russland ist seitdem wiederholt spekuliert worden.
Kommentare