Politik | Ausland
29.03.2018

USA wollen weniger für UNO-Friedensmissionen zahlen

Botschafterin kündigt Begrenzung auf 25 Prozent durch den größten Beitragszahler an.

Die USA wollen ihren finanziellen Anteil an den Friedensmissionen der UNO herunterfahren. Er solle von derzeit 28,5 Prozent auf 25 Prozent reduziert werden, kündigte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, am Mittwoch in einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrats in New York an. Die Lasten müssten "gleichmäßiger" zwischen den Mitgliedstaaten verteilt werden, forderte sie.

Auch mit der anvisierten Kürzung blieben die USA der größte Beitragszahler für die friedenserhaltenden Missionen, sagte die US-Diplomatin. Doch sollte ein einziges Land nicht mehr als ein Viertel dieses Budgets schultern müssen, betonte sie.

Auf Druck der USA hatten die Vereinten Nationen im vergangenen Jahr bereits den Etat für die Blauhelme deutlich gekürzt. Er liegt im laufenden Budgetjahr bei 7,3 Milliarden Dollar (sechs Milliarden Euro). Das sind rund 600 Millionen Dollar oder gut sieben Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat noch andere Kürzungen bei der UNO durchgesetzt und pocht auf durchgreifende Reformen und mehr Effizienz in der Weltorganisation. Der zu Jahresbeginn 2017 angetretene UNO-Generalsekretär Antonio Guterres hat sich eine umfassende Reform der Vereinten Nationen zum Ziel gesetzt.

Amerikanerin soll erste Vize-UN-Generalsekretärin werden

Als erste Frau ist die US-Diplomatin Rosemary DiCarlo für den einflussreichen Posten des UNO-Untergeneralsekretärs für politische Angelegenheiten nominiert worden. Sie solle ihren Landsmann Jeffrey Feltman ablösen, teilte die UNO am Mittwoch (Ortszeit) in New York mit. Feltman ist seit 2012 im Amt. DiCarlo bringe "mehr als 35 Jahre Erfahrung" mit, hieß es in der Mitteilung weiter.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres hat die Geschlechterparität bei den Vereinten Nationen zu einer seiner Prioritäten erklärt. DiCarlo kann auf Erfahrungen als stellvertretende US-Botschafterin bei der UNO, als stellvertretende Staatssekretärin für europäische und eurasische Angelegenheiten im US-Außenministerium und als Leiterin für UNO-Angelegenheiten im Nationalen Sicherheitsrat der USA verweisen. Zu ihren Fachgebieten gehören Russland und frühere Sowjetrepubliken sowie der Nahe Osten. Sie spricht Russisch und Französisch.

Nach Angaben von Diplomaten unterstützt die Regierung von US-Präsident Donald Trump DiCarlos Kandidatur für den ranghohen UNO-Posten, obwohl die Diplomatin Trump nicht nahe stehe