Politik | Ausland

USA verbieten Reisen nach Nordkorea - China mahnt zu Mäßigung

China warnt vor einer Verschärfung der Spannungen - US-Reiseverbot tritt am 1. September in Kraft

Der chinesische Außenminister Wang Yi hat am Donnerstag Washington nach der Verhängung eines Reiseverbots für Nordkorea zu Zurückhaltung aufgefordert. "Wir rufen alle Parteien auf, nichts zu tun, das zu einer Verschärfung der Spannungen führen könnte", sagte Wang in Peking vor einem Besuch des ASEAN-Treffens in Manila in dieser Woche.

Zudem habe China bereits eindeutig erklärt, dass es den abermaligen Raketentest Nordkoreas, der ein Verstoß gegen UN-Resolutionen sei, strikt ablehne. Die Führung Nordkoreas hatte am Samstag erklärt, man habe erneut erfolgreich eine Interkontinentalrakete getestet, die in der Lage sei, das Territorium der USA zu treffen. Die Tests von Langstreckenraketen haben die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea deutlich erhöht.

US-Außenminister Rex Tillerson, der ebenfalls auf dem Treffen der Außenminister der südostasiatischen Staaten (ASEAN) in der philippinischen Hauptstadt erwartet wird, hatte am Dienstag erklärt, die USA wollten die nordkoreanische Regierung durch friedliche Mittel zur Aufgabe ihres Raketen- und Atomprogrammes bewegen und sie nicht stürzen. "Wir sind nicht Ihr Feind, ... aber Sie stellen eine nicht hinnehmbare Gefahr dar, und wir müssen reagieren", hatte Tillerson mit Blick auf die Raketentests erklärt.

China messe Tillersons Äußerungen Bedeutung zu, sagte Außenminister Wang. Er hoffe, dass die USA dies bald umsetzen könnten und alle Beteiligten gemeinsam im Dialog eine Lösung fänden, die den Sicherheitsbedürfnissen aller gerecht werde.