Trump will EU spalten: Kallas warnt vor bilateralen Deals mit USA
Zusammenfassung
- EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas wirft den USA vor, die EU spalten zu wollen und warnt vor bilateralen Deals mit Trump.
- Kallas betont die Notwendigkeit europäischer Geschlossenheit und warnt vor Abhängigkeit von amerikanischer Rüstung, fordert aber Investitionen in die eigene Verteidigungsindustrie.
- Trump hat die EU wiederholt mit Zöllen und Handelsuntersuchungen ins Visier genommen, was zu neuen Handelskonflikten führen könnte.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat den USA vorgeworfen, einen Keil in die Europäische Union treiben zu wollen. "Jeder muss verstehen, dass die USA sehr deutlich gemacht haben, dass sie Europa spalten wollen", sagte sie der Financial Times (Freitagausgabe). "Sie mögen die Europäische Union nicht." Die US-Regierung nutze dabei Taktiken, die sonst eher von Gegnern der EU angewandt würden.
Warnung vor Deals mit Trump
Kallas warnte die Mitgliedstaaten eindringlich davor, bilaterale Deals mit Trump zu suchen. Nur wenn die Europäer geschlossen aufträten, seien sie eine gleichberechtigte Macht. Trotz der Spannungen betonte Kallas die Notwendigkeit der Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich. Die EU sei weiterhin auf amerikanische Rüstungsgüter angewiesen, da ihr die Fähigkeiten und Mittel fehlten, den Bedarf selbst zu decken. Gleichzeitig müsse Europa jedoch in seine eigene Verteidigungsindustrie investieren.
Trump hat die EU in seiner zweiten Amtszeit wiederholt ins Visier genommen. Er verhängte Zölle und sprach über eine Annexion Grönlands. In dieser Woche leitete die US-Regierung zudem Handelsuntersuchungen gegen die EU und andere Länder ein, was bis zum Sommer zu neuen Zöllen führen könnte. Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof der USA große Teile von Trumps Zollprogramm gekippt.
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