Diplomatischer Eklat: Frankreich sanktioniert US-Botschafter
Zusammenfassung
- US-Botschafter Charles Kushner verliert direkten Zugang zu französischen Regierungsmitgliedern nach Nichterscheinen im Außenministerium.
- Hintergrund ist eine US-Mitteilung, die einen Mordfall in Lyon als Beispiel für linksextremistische Gewalt wertete, was Frankreichs Außenminister zurückwies.
- Kushner bleibt offiziell Botschafter, kann aber nur noch zu Gesprächen ins Außenministerium kommen, um Irritationen auszuräumen.
Der US-Botschafter in Frankreich, Charles Kushner, soll keinen direkten Zugang zu französischen Regierungsmitgliedern mehr erhalten, weil er trotz einer Einbestellung nicht im Außenministerium in Paris erschienen ist. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot habe die Maßnahme "angesichts dieses offensichtlichen Unverständnisses für die grundlegenden Erwartungen an einen Botschafter" gefordert, hieß es aus diplomatischen Kreisen.
"Er ist nicht erschienen"
Kushner sollte sich am Montagabend wegen Äußerungen der US-Regierung zum mutmaßlichen Mord an einem rechten Aktivisten aus Frankreich im Ministerium einfinden. "Er ist nicht erschienen", lautete die Angabe aus diplomatischen Kreisen. Kushner kann demnach weiterhin zu Gesprächen ins Außenministerium kommen, "um die Irritationen auszuräumen, die in einer 250 Jahre alten Freundschaft unvermeidlich auftreten können".
"Besorgniserregende Bedrohung durch linksextremistische Gewalt"
Zuvor hatte die US-Botschaft in Frankreich eine Mitteilung des Anti-Terror-Büros des US-Außenministeriums auf X verbreitet, in der ein Tötungsdelikt in Lyon als Beleg für eine besorgniserregende Bedrohung durch linksextremistische Gewalt gewertet wurde. Dabei war Mitte Februar am Rande einer rechten Kundgebung ein 23-jähriger Aktivist angegriffen und tödlich verletzt worden. Frankreichs Behörden ermitteln derzeit, ob und inwieweit linksextreme Gruppen daran beteiligt waren.
Der Pariser Außenminister Barrot wies die Äußerungen der US-Regierung zurück und entgegnete, man brauche keine Belehrung. Nach der Einbestellung des Botschafters ist die Einschränkung seines Regierungszugangs ein weiteres deutliches diplomatisches Signal der Unzufriedenheit. Es ist jedoch keine formelle völkerrechtliche Sanktion, Kushner bleibt weiter offiziell Botschafter.
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