Gegen Abhängigkeit von China: USA, EU und Japan verkünden Rohstoffpartnerschaft

Critical Minerals Ministerial at the State Department in Washington
Die USA, EU und Japan gründen eine Rohstoffpartnerschaft, um die Abhängigkeit von China bei Seltenen Erden und wichtigen Mineralien zu verringern.

Die USA, die EU und Japan wollen bei Seltenen Erden und anderen wichtigen Rohstoffen unabhängiger von China werden. Sie kündigten am Mittwoch nach einem Ministertreffen in Washington eine Rohstoff-Partnerschaft an. Die USA, die EU und Japan wollten "bedeutende Schritte zur Steigerung ihrer wirtschaftlichen und nationalen Sicherheit gehen, indem sie gemeinsam die Widerstandsfähigkeit in Lieferketten für wichtige Mineralien stärken", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.

Rohstoff-Partnerschaft: "Zollfreier Handel" als Ziel

Die US-Regierung hatte Vertreter von mehr als 50 Staaten eingeladen. Ziel sei "ein zollfreier Handel und Austausch mit diesen kritischen und seltenen Erden", sagte US-Innenminister Doug Burgum. US-Vizepräsident JD Vance schlug vor, Referenzpreise für kritische Mineralien auf jeder Produktionsstufe festzulegen. Diese sollten den fairen Marktwert widerspiegeln und innerhalb der Allianz als Preisuntergrenze fungieren, die durch flexible Zölle abgesichert werde.

Rubio: Mineralien seien geopolitisches Druckmittel

"Wir wollen das Problem beseitigen, dass Leute unsere Märkte mit billigen kritischen Mineralien überschwemmen, um unsere heimischen Hersteller zu unterbieten", sagte Vance, ohne China dabei explizit zu nennen. Auch Außenminister Marco Rubio sprach lediglich davon, dass die Mineralien "stark in den Händen eines einzigen Landes konzentriert" seien. Dies sei zu einem "geopolitischen Druckmittel" geworden.

Hintergrund des Vorstoßes ist die Sorge der USA und ihrer Verbündeten, dass China seine monopolartige Stellung bei der Verarbeitung vieler Mineralien als geopolitisches Druckmittel einsetzt. Peking hatte im vergangenen Jahr die Exportkontrollen für Seltene Erden verschärft, was zu Produktionsverzögerungen bei Autoherstellern in Europa und den USA führte. Zudem hat ein Überangebot an Lithium aus China Pläne zum Ausbau der US-Produktion ins Stocken gebracht. US-Präsident Donald Trump hatte bereits am Montag eine strategische Mineralienreserve namens "Project Vault" ins Leben gerufen, die mit Krediten in Höhe von zehn Milliarden Dollar unterlegt ist.

Seltene Erden werden für eine Reihe von Technologien benötigt, von Autos bis zu Windrädern. China steht zum einen für rund 60 Prozent der weltweiten Produktion dieser Rohmaterialien und kontrolliert den Weltmarkt zudem mit seiner Dominanz bei der Verarbeitung. Viele andere Länder, in denen die Metalle gefördert werden, exportieren sie zur Weiterverarbeitung nach China.

Kommentare