Trump bekennt sich zu Toleranz und Friedfertigkeit
Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat mit einem unerwarteten Bekenntnis zu Toleranz und Respekt überrascht. Auf seiner Facebook-Seite verbreitete Trump am Dienstag eine für seine Verhältnisse ungewohnt friedfertig formulierte Erklärung. Als Präsident werde er "Intoleranz, Hass und Unterdrückung in jeglicher Form zurückweisen", heißt es darin.
"Ich werde dafür kämpfen, dass jeder Amerikaner gleich behandelt, beschützt und respektiert wird." Er wolle "auf Grundlage unserer gemeinsamen Kultur und Werte als ein Volk eine neue Zukunft bauen", beteuerte Trump.
Trump ist in Umfragen zurückgefallen
Zahlreiche Kritiker halten Trump vor, dass ihm Toleranz, Mäßigung und Anstand fehlen - und er in seinem Wahlkampf mit Ressentiments und spalterischen Tabuverletzungen die Stimmung aufhetzt. Seine als beleidigend empfundenen Bemerkungen richteten sich unter anderem gegen Muslime, Mexikaner, Einwanderer und Frauen.
In Umfragen war Trump zuletzt deutlich hinter seine demokratische Gegnerin Hillary Clinton zurückgefallen. Republikanische Parteikollegen hatten ihm öffentlich geraten, seine Worte zu zügeln und sich auf Sachthemen zu konzentrieren. Frühere Zusicherungen aus Trumps Wahlkampfstab, der Kandidat werde bald präsidialer auftreten, waren bisher allerdings nur von kurzer Gültigkeit.
Der Exzentriker verteidigt die Polizei
Staatsmännisch trat Trump hingegen in Milwaukee auf, wo er die hiesige Polizei gegen anhaltende Demonstrationen in Schutz nahm. Nachdem die Polizei im US-Staat Wisconsin einen schwarzen Verdächtigen erschossen hat, kam es am vergangenen Samstag zu Unruhen und Demonstrationen im ganzen Bundesstaat.
"Wir müssen die Gesetze befolgen oder wir haben keinen Staat", sagte Trump zum konservativen Fernsehsender Fox News. Später wiederholte er seine Worte bei einer Versammlung in Milwaukee.
Gegner hingegen attestierten der Polizei, dass diese zu schnell bereit wäre, Waffengewalt gegen Afroamerikaner einzusetzen. Auch im Fall von Sylville Smith, der angehalten wurde und dann die Flucht ergriff. Die Beamten rechtfertigen ihre Tat damit, dass Smith eine illegale Waffe bei sich trug und sich weigerte sie abzulegen.
"Die Waffe wurde auf den Polizisten gerichtet und er war bereit abzudrücken", sagte Trump. "Das ist das Narrativ. Vielleicht ist es nicht war, wenn es wahr ist, Menschen sollten nicht randalieren."
Clinton sei Schuld an Ausschreitungen
Während der republikanische Präsidentschaftskandidat im Zuge seiner Kampagne immer wieder betont, dass er die Polizei unterstütze, relativiert er die Gewalt der US-amerikanischen Exekutive gegen Schwarze. Den meisten Schmerz würden diese nämlich in deren Nachbarschaft erfahren.
"Der Krieg gegen die Polizei ist ein Krieg gegen alle friedlichen Bürger, die einfach nur arbeiten und ihre Kinder in die Schule schicken möchten. Unsere Job ist es nicht, das Leben von Verbrechern und Unruhestiftern zu verbessern", sagte Trump und warf seiner Kontrahentin Hillary Clinton vor, Schuld an den Ausschreitungen in der US-Stadt zu sein. Sie würde seiner Meinung nach jene unterstützen, die die Polizei als "rassistische Kraft" sehen.
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