Politik | Ausland
08.04.2018

Ungarn-Wahl: Orban-Partei erneut in Führung

Die rechtsnationale Regierungspartei Fidesz hält nach ersten Ergebnissen bei 49,9 Prozent der Stimmen.

Bei den Parlamentswahlen in Ungarn hat sich am späten Sonntagabend erneut ein Sieg für die rechtsnationale Regierungspartei Fidesz abgezeichnet. Erste Ergebnisse der Wahlbehörde sprachen laut der Nachrichtenagentur MTI von 49,9 Prozent der Listenstimmen für die Partei von Premier Viktor Orban.

Die rechte Jobbik erhielt demnach knapp 20, das Bündnis aus Sozialisten (MSZP) und der Kleinpartei Parbeszed (Dialog) rund 12 Prozent. Auch die Grünen (LMP) und die linksliberale DK sind nach diesen Angaben im Parlament vertreten. Die Zahlen wurden bei einem Auszählungsgrad von knapp 85 Prozent bekannt gegeben.

Lange Öffnungszeiten

Die Wahl hat am Sonntag überdurchschnittlich viele Wähler mobilisieren können. Wegen des großen Andrangs hielten manche Wahllokale lange nach dem offiziellen Wahlschluss um 19.00 Uhr offen.

Bei der Wahl werden 199 Mandate vergeben, davon 106 in Einzelwahlkreisen. Sie galt diesmal als Votum über die Regierung von Premier Viktor Orban und dessen rechtskonservativer Partei Fidesz, die seit acht Jahren an der Macht sind.

Ungarn - Ergebnis Parlamentswahl

Die Schließung der letzten Wahllokale wurde erst gegen 21.30 Uhr erwartet. Der Rückstau entstand an jenen Orten, vornehmlich in Budapest, wo Personen abstimmen durften, die sich am Wahltag nicht an ihrem eigentlichen Wohnort aufhielten. Auf Videoaufnahmen in Online-Medien waren großteils junge Menschen in den Warteschlangen zu sehen.

Bisheriger Rekord bei 70,53 Prozent

Die Wahlbehörde meldete um 18.30 Uhr eine Beteiligung von 68,13 Prozent, was darauf hindeutet, dass die Gesamtbeteiligung über dem bisherigen Rekord von 70,53 Prozent im Jahr 2002 liegen könnte. Damals war die erste Orban-Regierung trotz guter Umfragewerte überraschend abgewählt worden. Allerdings hat die Fidesz-Regierung seitdem ein neues Wahlsystem eingeführt, das den Sieger noch stärker bevorzugt als das frühere.

Fidesz hatte 2010 und 2014 jeweils eine Zwei-Drittel-Mehrheit errungen. Analysten erwarteten diesmal ein schlechteres Ergebnis; die hohe Beteiligung könnte diesmal auf eine starke Mobilisierung von Fidesz-Gegnern hindeuten.