Politik | Ausland
22.10.2018

Umfrage: Rund zwei Drittel der Deutschen wollen Seehofers Rücktritt

Auch in Bayern sieht es für den CSU-Chef nicht besser aus.

Die Mehrheit der Deutschen hat das Vertrauen in Innenminister Horst Seehofer ( CSU) verloren. Nach der Bayern-Wahl sind rund zwei Drittel der Bundesbürger (64 Prozent) der Auffassung, er solle nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei Konsequenzen ziehen - und sowohl als CSU-Chef als auch als Innenminister zurücktreten.

Das geht aus dem jüngsten RTL/n-tv-Trendbarometer von Forsa hervor, das am Montag veröffentlicht wurde. Die CSU ist die Schwesterpartei der CDU von Kanzlerin Angela Merkel. Bei Wahlen tritt sie nur in Bayern an, die CDU nur in den übrigen deutschen Bundesländern.

Auch in Bayern sieht es für Seehofer nicht besser aus: 62 Prozent der Bayern und sogar 67 Prozent der CSU-Anhänger halten Seehofers Rücktritt für nötig. Dieser hatte am Sonntag erstmals nach der CSU-Landtagswahlpleite einen möglichen Rücktritt als Parteichef angedeutet - wenn ihn seine Partei für den CSU-Absturz allein verantwortlich machen sollte.

35 Prozent für SPD-Ausstieg

35 Prozent der Befragten sind der Auffassung, die Sozialdemokraten sollten die Große Koalition verlassen und sich in der Opposition erneuern. Wegen des Aufschwungs der Grünen wäre eine schwarz-grüne Koalition möglich, wenn in dieser Woche der Bundestag gewählt würde.

Die Grünen steigerten sich in der Umfrage im Vergleich zur Vorwoche um 2 Prozentpunkte auf 21 Prozent. 52 Prozent der Deutschen sind allerdings überzeugt, dass der Höhenflug der Partei bald wieder vorbei sein wird.

 

CDU/CSU liegen in der Umfrage bei 27 Prozent, die AfD bei 15 Prozent, die SPD bei 14 Prozent sowie die FDP und Linke bei je 9 Prozent.

(Zur Meinung zu den Parteien nach der Bayern-Wahl befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa am 17. und 18. Oktober 1.503 zufällig ausgewählte Bundesbürger, davon 501 in Bayern. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte. (Aspekte u.a.: Frage nach Seehofer-Rücktritt und zur Lage der Sozialdemokraten) Daten zur Parteien- und Kanzlerpräferenz sowie zur politischen Kompetenz der Parteien hat Forsa vom 15. bis 19. Oktober erhoben. 2.502 Bundesbürger wurden befragt. Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte)