┬ę REUTERS/JONATHAN DRAKE

Politik Ausland
02/19/2020

Umfrage: Bloomberg bei US-Vorwahlen an zweiter Stelle

An erster Stelle steht weiter der Senator Bernie Sanders.

Bei den Vorwahlen der US-Demokraten liegt der ehemalige B├╝rgermeister von New York, Michael Bloomberg, einer Reuters/Ipsos-Umfrage zufolge inzwischen an zweiter Stelle. Damit hat er den fr├╝heren Vize-Pr├Ąsidenten Joe Biden ├╝berholt, wie aus der am Dienstag ver├Âffentlichten Erhebung hervorgeht. An erster Stelle steht weiter der Senator Bernie Sanders.

Der Milliard├Ąr Bloomberg nimmt heute (Mittwoch Ortszeit; Nacht auf Donnerstag MEZ) erstmals an einer Debatte der Demokraten teil. Er hat auf eine Teilnahme an den ersten Vorwahlen seiner Partei verzichtet und tritt zum ersten Mal am Super Tuesday Anfang M├Ąrz vor die W├Ąhler. Die von ihm gegr├╝ndete Finanzagentur Bloomberg ist ein Konkurrent der Nachrichtenagentur Reuters.

Finanzagentur w├╝rde bei Wahlsieg verkauft

Bloomberg w├╝rde einer Sprecherin zufolge im Falle eines Sieges bei der US-Pr├Ąsidentenwahl seine nach ihm benannte Finanznachrichtenagentur verkaufen. "Wenn er zum Pr├Ąsidenten gew├Ąhlt wird, verkauft Mike die Firma", best├Ątigte am Dienstag Galia Slayen, ein Mitglied seines Wahlkampfteams, fr├╝here Angaben des Milliard├Ąrs.

Der Demokrat hatte die Agentur 1981 gegr├╝ndet, die unter anderem die Wall Street mit Finanzinformationen beliefert. Das Unternehmen konkurriert mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Trump: Bloomberg will Kandidatur "illegal" kaufen

US-Pr├Ąsident Donald Trump hat Bloomberg indes vorgeworfen, sich die Nominierung als Pr├Ąsidentschaftskandidat der Demokraten "illegal zu erkaufen". Die massiven Ausgaben des fr├╝heren New Yorker B├╝rgermeisters stellten "in gro├čem Ma├čstab" illegale Wahlkampffinanzierung dar, behauptete der Republikaner Trump am Dienstag ├╝ber Twitter. Bloomberg finanziert seine Bewerbung um die demokratische Pr├Ąsidentschaftskandidatur selbst. Er nimmt f├╝r den Wahlkampf keine Spenden an.

Trump hingegen schrieb, Bloomberg kaufe sich mit den vielen von ihm verteilten Spenden zahlreiche Unterst├╝tzer zusammen, von denen viele fr├╝her noch seine Gegner gewesen seien. "Ist das keine Bestechung?" fragte Trump auf Twitter. Die Kandidatur f├╝r eine gro├če Partei sei nicht k├Ąuflich, schrieb Trump an Bloomberg adressiert, den er wie ├╝blich abwertend nur als "Mini Mike" bezeichnete.

Im Wahlkampf wirbt Bloomberg mit seinem gesch├Ąftlichen Erfolg und seiner Erfahrung als New Yorker B├╝rgermeister. Gleichzeitig w├Ąchst aber auch die Kritik an dem Milliard├Ąr. Dabei geht es vor allem um fr├╝here Einstellungen und ├äu├čerungen, die als unpassend, rassistisch oder frauenfeindlich kritisiert werden.

Zuletzt hatte etwa die Washington Post ├╝ber eine Klage gegen Bloomberg aus dem Jahr 1997 berichtet. Damals soll er dem Bericht zufolge eine schwangere Angestellte zu einer Abtreibung aufgefordert haben. Der Streit wurde ohne ein Schuldeingest├Ąndnis beigelegt, Bloomberg bestreitet den Vorwurf. Andere umstrittene ├äu├čerungen hat er als Witze abgetan. F├╝r einige Bemerkungen hat er sich entschuldigt, an andere kann er sich nach eigenen Angaben nicht erinnern.

Der Ex-B├╝rgermeister Pete Buttigieg (38), der bei den Vorwahlen der Demokraten neben Sanders bisher am besten abgeschnitten hat, sagte am Sonntag dem Sender Fox News mit Blick auf Bloomberg, die W├Ąhler in den USA w├╝nschten sich einen Pr├Ąsidenten, "der uns aus den Zeiten herausf├╝hren kann, als es noch allt├Ąglich oder akzeptiert war, solche sexistischen oder diskriminierenden Einstellungen zu haben".

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