Massive Drohnen-Angriffe Russlands: Baby (3 Monate) in Ukraine getötet
Durch einen russischen Drohnenangriff ist in der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk ein Baby getötet worden. Der drei Monate alte Bub kam nach Angaben von Militärgouverneur Olexander Hanscha in der frontnahen Stadt Marhanez bei einem Einschlag in ein Wohnhaus ums Leben. Elf weitere Menschen wurden demnach verletzt, darunter ein fünfjähriger Bursche und ein zwölfjähriges Mädchen. Mehrstöckige Wohnhäuser, ein Ladengeschäft und ein Kino seien beschädigt worden.
Russland habe bei mehreren Angriffen auf die Region Drohnen, Artillerie und Gleitbomben eingesetzt. Drei Menschen wurden Militärgouverneur Iwan Fedorow zufolge im Kreis Saporischschja bei Drohnenangriffen auf Autos verletzt.
Im russischen Wolgagebiet Samara attackierte die Ukraine nach Angaben von Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew einen Industriebetrieb. Er sprach von einem Raketenangriff. In sozialen Medien kursierten unüberprüfbare Fotos und Videos, die eine hohe Rauchsäule zeigen. Im Moskauer Umland wurden laut Gouverneur Andrej Worobjow eine Frau und ein neun Jahre altes Kind durch einen ukrainischen Drohnenangriff verletzt.
Selenskij bestätigt Attacke
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bestätigte die Attacke in sozialen Medien. Getroffen worden sei eines der Schlüsselunternehmen der Raumfahrtbehörde Roskosmos, das insbesondere Elektronik herstelle. Eingesetzt wurden demnach ukrainische Marschflugkörper des Typs Flamingo. Zuvor gab es bereits unbestätigte Berichte in russischen und ukrainischen Telegram-Kanälen darüber, dass das dortige Raketen- und Raumfahrtzentrum attackiert worden sei.
Wie Selenskij auf Telegram weiter postete, attackierte das ukrainische Militär außerdem eine Ölanlage im russischen Ust-Luga. Er ließ aber offen, ob es durch den Angriff zu Beschädigungen gekommen ist. Erst am Freitag hatte die Ukraine die russische Gaskondensat-Verarbeitungsanlage im Ostseehafen Ust-Luga attackiert.
Kreml meldet Einnahme von 19 Ortschaften in Sommeroffensive
Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, 598 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim abgewehrt zu haben. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen, lassen aber Rückschlüsse auf die Intensität der ukrainischen Gegenangriffe zu.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau brachten russische Truppen im Zuge ihrer Sommeroffensive 19 Ortschaften in den südostukrainischen Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja unter ihre Kontrolle. Das Ministerium beruft sich auf einen Bericht des Kommandanten der östlichen Truppengruppe, Pjotr Bolgarew. Die Namen der Ortschaften werden nicht genannt. Unabhängig davon meldet die Nachrichtenagentur Interfax, die russischen Streitkräfte hätten außerdem die Ortschaft Rybalskoje in Saporischschja eingenommen. Die Angaben lassen sich nicht überprüfen.
Die russischen Vorstöße an der Front haben sich in diesem Jahr verlangsamt, auch wenn Russland seine Raketenangriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte intensiviert hat. Selenskij hatte am Mittwoch erklärt, die Streitkräfte seines Landes hätten in diesem Jahr an der südöstlichen Front 745 Quadratkilometer von Russland gehaltenes Gebiet zurückerobert.
Russland überzieht die Ukraine seit fast viereinhalb Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Als Teil ihres Abwehrkampfes hat die Ukraine ihre Gegenangriffe im russischen Hinterland vor allem mit Drohnen in den vergangenen Monaten ausgeweitet.
Kommentare