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Politik Ausland
07/29/2019

TV-Moderatorin verärgerte Fortnite-Fans mit Kritik am Computerspiel

Am Samstag hatte der Österreicher David "Aqua" W. den Duo-Wettbewerb der Fortnite-Weltmeisterschaft gewonnen.

Mit einer kritischen Anmerkung zum Videospiel Fortnite hat eine deutsche TV-Moderatorin Empörung ausgelöst. "Kinder, die Tag und Nacht vor dem PC sitzen und sich selbst nicht mehr die Schuhe zubinden können. Jetzt können Sie selbst entscheiden, ob das Sport ist oder nicht", hatte die 38-Jährige am Sonntag in einem Sportschau-Beitrag über Fortnite-Spieler gesagt.

Beim Fortnite World Cup in New York kämpften am Wochenende knapp 200 junge Menschen beim Online-Überlebens-Spiel um Preisgelder von insgesamt 30 Millionen Dollar (26,93 Mio. Euro), viele von ihnen sind minderjährig. Auf Twitter reagierten viele Zuschauer empört - sie stießen sich an der negativen Bewertung des E-Sport-Events in der ARD-Sendung und bezeichneten Scharfs Aussage als "populistisch" und "naiv".

17-jähriger Kärntner holte Titel

Am Samstag hatte der 17-jährige Österreicher David "Aqua" W. den Duo-Wettbewerb der "Fortnite"-Weltmeisterschaft gewonnen. Er hatte sich mit seinem norwegischen Teamkameraden "Nyhrox" drei Millionen Dollar (2,69 Mio. Euro) Preisgeld geteilt.

Der 16-jährige US-Amerikaner Kyle Giersdorf gewann die erste Fortnite-WM und ist damit erster Einzelweltmeister im Videospiel Fortnite und hat drei Millionen Dollar eingeheimst. Der Teenager mit dem Spielernamen "Bugha" gewann am Sonntag in der Kategorie Einzelspieler.

Die vier besten Spieler im Solo-Wettkampf kamen aus dem Fortnite-Mutterland USA, unter ihnen auch der 24-jährige Harrison "Psalm" Chang. Ihr Preisgeld lag zwischen 1,05 Million und 1,8 Millionen Dollar. Fünfter wurde der 13-jährige Argentinier Thiago "King" Lapp, der mit 900.000 Dollar nur knapp die Millionen-Marke verfehlte.

Moderatorin meldete sich auf Twitter

Moderatorin Scharf reagierte ebenfalls auf Twitter mit einem Video-Statement, in dem sie sagte: "Ich habe am Ende einen Satz zitiert, den ein Psychologe in diesem Beitrag so gesagt hat." Als Journalistin habe sie infrage stellen wollen, ob man das Fortnite-Spiel, in dem geschossen und getötet wird, tatsächlich als Sport bezeichnen könne. Sie habe nicht die Leistungen der Teilnehmer schmälern wollen.

Weltweit zocken rund 250 Millionen Menschen Fortnite

Der Spiele-Entwickler Epic Games hat sich die erste Weltmeisterschaft des Shooter-Spiels 100 Millionen Dollar (knapp 90 Millionen Euro) kosten lassen. Das Turnier wurde im New Yorker Arthur-Ashe-Stadion ausgetragen, in dem jedes Jahr das Tennisturnier US Open stattfindet.

Bei Fortnite werden die Spieler auf einer Insel ausgesetzt, müssen sich Waffen und andere Ressourcen zusammensuchen und gegnerische Spieler ausschalten. Weltweit zocken rund 250 Millionen Menschen das Videospiel; an der Qualifikation für die hundert Finalisten hatten fast 40 Millionen Spieler teilgenommen. Die ältesten waren 24, die jüngsten 13 Jahre alt.

Allein für ihre Teilnahme am Finale erhielten die 100 Profis ein Startgeld von 50.000 Dollar. Insgesamt blätterte Epic Games für die Preisgelder 30 Millionen Dollar hin. Das Stadion war während der Höhepunkte der Weltmeisterschaft gut gefüllt. "Das ist besser als Fernsehen oder (das Live-Streaming-Videoportal) Twitch", sagte einer der Zuschauer beim Finale am Sonntag, Anthony Peralta. "Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel Spaß machen würde", meinte ein weiterer Zuschauer, Carlos Dacosta. "Das Niveau der Wettkämpfe ist einfach irre".