Politik | Ausland
23.11.2018

Türkei: Trump "verschließt die Augen" bei Saudi-Arabien

Nach dem Fall Khashoggi verurteilt Ankara das Festhalten der USA an den Beziehungen zu Riad.

Harte Kritik an US-Präsident Donald Trump kommt aus der Türkei. Grund ist der Fall Khashoggi und Trumps Bekenntnis zum Verbündeten Saudi-Arabien. "In gewisser Weise sagt er: 'Ich werde die Augen verschließen'", sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Freitag dem Sender CNN-Türk. "Geld ist nicht alles", fügte er mit Blick auf die milliardenschweren US-Rüstungslieferungen an Riad hinzu.

Auch für die Türkei sei Saudi-Arabien ein "wichtiges Land", sagte Cavusoglu. "Aber wir haben es hier mit einem grausamen Mord zu tun."

Trump: USA bleiben "unverbrüchlicher Partner Saudi-Arabiens"

Trump stellt sich weiter gegen zunehmende Indizien auch seiner eigenen Geheimdienste, wonach die Regierung in Riad in die Tötung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggis verwickelt ist. Der Kronprinz Mohammed bin Salman habe zwar möglicherweise "Kenntnis" von der Tat gehabt, sagte der US-Präsident am Dienstag, fügte aber sogleich hinzu: "Vielleicht hatte er dies und vielleicht auch nicht." Die USA würden weiter ein "unverbrüchlicher Partner Saudi-Arabiens" bleiben.

Khashoggi war am 2. Oktober verschwunden, nachdem er das saudi-arabische Konsulat in Istanbul betreten hatte. Erst nach wochenlangem internationalem Druck gab die Führung in Riad schließlich zu, dass der Journalist von Agenten des Königreichs getötet wurde.

Mögliches Treffen Erdogans mit saudischem Thronfolger

Cavusoglu kündigte an, dass sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Rande des G-20-Gipfels Ende kommender Woche womöglich mit dem saudi-arabischen Thronfolger treffen werde. Nach einem Telefonat zum Fall Khashoggi wäre dies die erste persönliche Begegnung zwischen Erdogan und Prinz Mohammed seit dem Tod des Journalisten.