Eine türkische F-16.

© REUTERS/MURAD SEZER

Naher Osten
12/23/2016

Türkei tötet offenbar 88 Zivilisten in Nordsyrien

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte spricht von unter anderem 21 durch Angriffe der türkischen Luftwaffe getöteten Kinder. Dies sei der verheerendste Angriff seit dem Einstieg der Türkei in den Syrien-Krieg im August diesen Jahres.

Bei Angriffen der türkischen Luftwaffe auf die Stadt Al-Bab im Norden von Syrien sind nach neuen Angaben von Aktivisten binnen 24 Stunden fast 90 Zivilisten getötet worden. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag mitteilte, wurde die Bastion der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) am Donnerstag von einer Reihe von Luftangriffen getroffen. Dabei wurden 72 Menschen getötet, unter ihnen 21 Kinder. Am Freitag gingen die Angriffe demnach weiter, dabei starben 16 Zivilisten.

Der Leiter der Organisation, Rami Abdel Rahman, sprach von den folgenschwersten Angriffen durch die Türkei, seit Ankara im August eine eigene Offensive in Syrien gestartet hatte.

Die Beobachtungsstelle trifft ihre Aussagen zum Ursprung der Luftangriffe auf der Basis des Flugzeugtyps, der geografischen Orte und Flugrouten sowie der eingesetzten Munition. Die Angaben der in Syrien breit vernetzten Beobachtungsstelle sind von unabhängiger Seite aber nicht überprüfbar.

Die Türkei führt seit Ende August zusammen mit syrischen Rebellen eine Offensive gegen den IS in Nordsyrien. Die von Ankara unterstützten Kämpfer eroberten seitdem Jarablus, Al-Rai und Dabik vom IS zurück. Al-Bab liegt etwa 25 Kilometer von der türkisch-syrischen Grenze entfernt.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare