Jihadismus-Verdacht: Über hundert Festnahmen in der Türkei
In der Türkei sind bei einem Großeinsatz der Anti-Terror-Polizei mehr als hundert Personen wegen des Verdachts festgenommen worden, Verbindungen zur Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu haben.
Den 110 Festgenommenen wird vorgeworfen, im Rahmen illegaler Vereinigungen Kurse organisiert, Kinder mit der IS-Ideologie indoktriniert und Spenden für die Miliz gesammelt zu haben. Auch sollen sie versucht haben, neue IS-Mitglieder anzuwerben.
Razzien in der Türkei gegen IS-Verdächtige
Der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge erfolgten die Festnahmen in drei Provinzen bei mehreren Razzien gleichzeitig. Der Schwerpunkt lag demnach auf der Millionenmetropole Istanbul. Die Beamten beschlagnahmten Gewehre und Munition sowie Dokumente und digitale Datenträger.
In der vergangenen Woche habe die Polizei bei Razzien gegen IS-Verdächtige in fast 50 Provinzen mehr als 300 Menschen festgenommen, teilte das Innenministerium mit.
Anfang April waren bei einem Anschlag vor dem israelischen Generalkonsulat in Istanbul zwei Polizisten verletzt worden. Die türkischen Behörden machten damals "eine Terrororganisation, die die Religion für ihre Zwecke einsetzt", für die Tat verantwortlich, ohne den IS ausdrücklich zu nennen.
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