Tschechien fordert Solidarität der EU ein

© APA/AFP/DIMITAR DILKOFF

Politik Ausland
04/20/2021

Tschechien verlangt Solidarität im Konflikt mit Russland

Nach Anschlag auf Waffenlager: EU- und NATO-Partner werden zur Ausweisung russischer Diplomaten aufgefordert.


Nach der Ausweisung von 18 russischen Diplomaten durch Tschechien aufgrund von Spionagevorwürfen, spitzt sich der Konflikt weiter zu. Moskau verwies im Gegenzug 20 tschechische Diplomaten des Landes. Die Beziehungen zwischen Russland und Tschechien werden durch diese Geheimdienstaffäre derzeit schwer belastet: Hintergrund sind Explosionen in einem tschechischen Munitionslager mit zwei Todesopfern im Jahr 2014. Nach Einschätzung der tschechischen Regierung waren russische Geheimagenten in die Explosionen verwickelt.


Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis sagte, es gebe „klare Beweise“ dafür, dass Angehörige des russischen Militärgeheimdienstes GRU in die Explosionen in dem Munitionslager nahe dem Dorf Vrbetice verwickelt gewesen sein. Die 18 Mitarbeiter der russischen Botschaft in Prag, die am Samstag aus Tschechien ausgewiesen wurden, wurden demnach als russische Geheimdienstagenten enttarnt.


Moskau reagierte am Sonntag mit der Ausweisung von 20 tschechischen Diplomaten. Der Kreml wies die Vorwürfe der tschechischen Regierung zurück und bezeichnete die Ausweisung der russischen Diplomaten als „Provokation und unfreundlichen Akt“.


Bei einer Solidaritätsaktion 2018 nach dem Giftanschlag auf den Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien hatte die Mehrheit der EU-Staaten aus Solidarität mit London ebenfalls russische Diplomaten ausgewiesen. Österreich hatte sich damals nicht an dem Schritt beteiligt und dies mit der österreichischen Neutralität und der Tatsache, dass Wien Sitz vieler internationaler Organisationen sei, argumentiert.


Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) wollte bei einer Pressekonferenz am Montag auf eine mögliche Ausweisung russischer Diplomaten aus Österreich nicht eingehen. Wichtig sei es, Solidarität mit Tschechien zu demonstrieren, erklärte er am Rande des EU-Außenministerteffens.

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