Trump bezeichnet Ungarn-Wahlsieger Magyar als "guten Mann"

Der US-Präsident war zuvor ein Verbündeter von Regierungschef Orbán.
Wahlsieger Péter Magyar.

US-Präsident Donald Trump hat dem ungarischen Wahlsieger Péter Magyar sein Vertrauen ausgesprochen. "Ich denke, der neue Mann wird einen guten Job machen - er ist ein guter Mann", sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) gegenüber dem Fernsehsender ABC News. 

Ungarns bisheriger Regierungschef Viktor Orbán, der von Magyars Partei TISZA am Sonntag mit einem Erdrutschsieg besiegt worden war, galt lange als enger Verbündeter Trumps.

Zuvor hatte der US-Präsident bereits gegenüber der italienischen Zeitung Corriere della Sera gesagt, Orbán "war mein Freund". Dieser sei "ein guter Mann" gewesen, räumte er ein, etwa in seiner Migrationspolitik. US-Vizepräsident JD Vance, der wenige Tage vor der Wahl mit Orbán in Budapest aufgetreten war, hatte am Montagabend gesagt, die US-Führung sei "nicht überrascht" gewesen über Orbáns Wahlniederlage.

Magyar, selbst aus Fidesz kommend und Ex-Mann der früheren Justizministerin Judit Varga, hatte sich im Februar 2024 öffentlich gegen den Regierungschef gewandt. Er konnte nach seinem Einstieg in die Politik in kurzer Zeit die verbreitete Unzufriedenheit in der Bevölkerung bündeln. Seine Partei TISZA erlangte am Sonntag eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament. Eine Amtsübergabe wird für Mai erwartet.

Orbán hatte Ungarn seit 2010 regiert

Orbán hatte Ungarn mit seiner Partei Fidesz seit 2010 die meiste Zeit mit Zwei-Drittel-Mehrheit regiert. Seine Amtszeiten waren durch massive Eingriffe in die Rechtsstaatlichkeit und die Medienfreiheit, verbreitete Korruption und Bereicherung der Eliten - darunter auch Orbáns eigener Familie - gekennzeichnet. Der nun bald 63-Jährige galt mit seinem Schlagwort der "illiberalen Demokratie" viele Jahre lang als Symbolfigur der Rechtspopulisten in ganz Europa und darüber hinaus.

Zudem galt Ungarns Regierungschef als Verbündeter von Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Trump zugleich, und er pflegte auch gute Beziehungen zu China. Trump unterstützte ihn im Wahlkampf ganz offen, auch mit dem Versprechen von wirtschaftlicher Unterstützung für Ungarn im Fall eines weiteren Orbán-Sieges.

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