„Positive“ Gespräche im Weißen Haus zwischen Trump und Netanjahu
Das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Weißen Haus ist beendet. Das teilte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt am Dienstag nach dem Ende der knapp eineinhalbstündigen Begegnung hinter verschlossenen Türen auf der Plattform X mit. Beide Seiten äußerten sich im Anschluss zufrieden über das Treffen, nachdem es in den vergangenen Monaten deutliche Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Politikern gegeben hatte.
Das Treffen zwischen Trump und Netanjahu war das achte seit Trumps erneutem Amtsantritt im Jänner 2025. Aus Netanyahus Delegation hieß es, das Treffen sei „extrem positiv“ verlaufen. Netanjahu und Trump hätten ihr „eisernes Bekenntnis“ zu einem Iran ohne Atomwaffen bekräftigt. Unmittelbar zuvor hatte Trump bereits den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij im Weißen Haus empfangen. „Beide Treffen verliefen positiv und produktiv!“, schrieb Leavitt. An beiden Gesprächen nahmen unter anderem auch US-Außenminister Marco Rubio und US-Verteidigungsminister Pete Hegseth teil.
Bei dem Gespräch zwischen Trump und Netanjahu sollte es vor allem um den Iran gehen, wie Israels Ministerpräsident zu Beginn seiner US-Reise klar sagte. Nach Darstellung von Trump versucht der israelische Ministerpräsident, die USA davon zu überzeugen, sich nicht vom Krieg im Iran abzuwenden. Berichten zufolge wollte Netanjahu Trump auch Geheimdienstinformationen über mutmaßliche Bestrebungen des Irans vorlegen, seine militärischen Fähigkeiten wieder aufzubauen. Dazu gehörten auch angebliche Bestrebungen von Irans oberstem Führer, Ayatollah Mojtaba Khamenei, auf eine Atomwaffe hinzuarbeiten. Teheran dementiert dies schon seit Jahren.
Trump: „Bibi will, dass ich weiterhin involviert bleibe“
Angesprochen auf Berichte, dass Netanjahu bei seinem Treffen mit ihm über Aktivitäten rund um eine mutmaßliche Atomeinrichtung im Iran sprechen wolle, die als „Pickaxe Mountain“ bekannt ist, sagte Trump: „Nun, ich brauche Bibi nicht, um mir das zu sagen. Bibi erzählt mir das, weil er möchte, dass ich weiterhin involviert bleibe.“ Er wisse „ganz genau, was bei Pickaxe passiert“, sagte Trump weiter. Die USA hätten die iranischen Atomanlagen zerstört und würden bei Bedarf auch die Anlage unter dem Pickaxe-Berg angreifen.
Nach Einschätzung von Jonatan Freeman von der Hebräischen Universität Jerusalem ist es Hauptziel des Besuchs, Berichten über eine Abkühlung der Beziehungen zwischen den Verbündeten entgegenzuwirken. Das Wichtigste sei, „der Welt, dem Iran und auch dem Libanon sowie anderen“ zu zeigen, dass es „mehr Übereinstimmungen als Differenzen“ zwischen Trump und Netanjahu gebe. Das Treffen erfolgte wenige Monate vor wichtigen Wahlen in beiden Ländern: In Israel wählen die Bürger am 27. Oktober ein neues Parlament, in den USA finden am 3. November die Kongress-Zwischenwahlen statt.
In den vergangenen Monaten galt das einst gute Verhältnis der beiden wegen der Differenzen im Iran-Krieg als belastet. Während Israel den Krieg Medienberichten zufolge fortsetzen will, lag Trumps Fokus zuletzt auf einer diplomatischen Lösung. Netanjahu hält israelischen Medien zufolge weiter am Sturz der iranischen Führung fest.
Es wird erwartet, dass beide sowie auch Selenskyj später an einer Gedenkveranstaltung für den kürzlich gestorbenen US-Senator Lindsey Graham teilnehmen. Dieser galt sowohl als wichtiger Unterstützer der Ukraine als auch Israels im US-Kongress. Bereits nach seiner Ankunft in Washington besuchte Netanjahu am Montagabend ein privates Gedenkessen zu Ehren des verstorbenen Senators, wie sein Büro mitteilte.
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