Trump "nicht glücklich" mit den Iran-Gesprächen
US-Präsident Donald Trump hat sich unzufrieden über die bisherigen Gespräche mit dem Iran über dessen Atomprogramm geäußert. "Ich bin nicht glücklich darüber, wie sie sich verhalten", sagte Trump. "Sie sollten ein Abkommen abschließen, das wäre klug von ihnen." Am Montag reist US-Außenminister Marco Rubio nach Israel, um vor Ort über die Konfliktlage mit Teheran zu sprechen. Außerdem sind Anfang der Woche Atomgespräche in Wien geplant, zudem will der Oman vermitteln.
Wie Trump in Washington sagte, hat der Iran bisher nicht eingewilligt, auf den Besitz und den Erwerb von Atomwaffen zu verzichten. "Wir wollen, dass der Iran keine nuklearen Waffen besitzt, und genau diese wichtigen Worte sagen sie nicht".
Stunden später kritisierte er bei einem Besuch im US-Bundesstaat Texas zudem, dass der Iran nicht auf die Anreicherung von Uran verzichten wolle. Das Land wolle "ein bisschen anreichern", auch wenn es dafür keine Notwendigkeit gebe. "Ich sage: keine Anreicherung, nicht 20 Prozent, 30 Prozent", was der Iran für zivile Zwecke wolle. Er sei damit nicht zufrieden.
Oman sieht "sehr wichtigen Durchbruch"
Hingegen verkündete der Oman, dass der Iran zu einem Verzicht auf die Lagerung von angereichertem Uran bereit sei. Diese Zusage stelle einen "sehr wichtigen Durchbruch" dar, der zuvor "noch nie erreicht" worden sei, sagte Omans Außenminister Badr al-Bussaidi am Freitag dem Fernsehsender CBS: "Wenn das eigentliche Ziel ist sicherzustellen, dass der Iran niemals eine Atombombe haben kann, dann glaube ich, dass wir das Problem geknackt haben."
Al-Bussaidi äußerte sich nach einem Treffen mit US-Vizepräsident JD Vance. "Der Frieden ist zum Greifen nah", schrieb der Außenminister auf X. Er freue sich auf "weitere und entscheidende" Fortschritte in den kommenden Tagen.
"Krieg birgt immer Risiken, sowohl positive als auch negative"
Trump äußerte sich vor dem Abflug nach Texas mit Blick auf ein mögliches militärisches Vorgehen unentschieden: Es wäre netter, wenn ein Militäreinsatz nicht nötig sei - "aber manchmal muss man es auf diesem Weg machen", sagte er. Trump betonte, dass er das "stärkste Militär der Welt" gerne nicht einsetzen wolle.
Er räumte ein, dass er ein Risiko für einen länger währenden Konflikt im Nahen Osten infolge eines US-Angriffs sehe. "Krieg birgt immer Risiken, sowohl positive als auch negative." Eine abschließende Entscheidung über den weiteren Kurs habe er bisher nicht gefällt.
Mitte des Monats hatte Trump noch eine Frist für einen Deal genannt. Vor Journalisten sagte er auf einem Flug mit der Air Force One, dass zehn bis 15 Tage ausreichend seien. Das sei "so ziemlich das Maximum".
Am Montag Gespräche in Wien
Zuletzt hatten die USA und der Iran am Donnerstag miteinander verhandelt. Am Montag wollen sie erneut zusammenkommen. Nach Angaben des iranischen Außenministers Abbas Araqchi sind "technische Gespräche" bei der IAEA in Wien geplant.
Bei den Verhandlungen geht es unter anderem um das umstrittene iranische Atomprogramm. Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran Atomwaffen entwickelt. Irans Regierung bestreitet entsprechende Absichten, zeigt sich jedoch bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen. Im Gegenzug fordert Teheran die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen.
Rubio in Nahost
Unterdessen plant Rubio für Anfang kommender Woche in Israel Gespräche über die Lage im Konflikt mit dem Iran. Geplant seien Treffen am Montag, am Dienstag werde Rubio in die USA zurückreisen, erklärte das Außenministerium in Washington am Freitag. Anders als üblich werde der Minister keine Reporter in seinem Flugzeug mitnehmen. Kurz zuvor hatte Washington Botschaftsmitarbeitern in Israel angesichts eines möglichen US-Angriffs auf den Iran eine Ausreise nahegelegt.
In Israel werde Rubio "eine Reihe regionaler Prioritäten besprechen, darunter den Iran, Libanon und die laufenden Bemühungen zur Umsetzung von Präsident Trumps 20-Punkte-Friedensplan für den Gazastreifen", erklärte Außenamtssprecher Tommy Pigott. Am Donnerstag hatten Vertreter der USA und des Iran erneut indirekte Atomgespräche geführt.
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