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Politik Ausland
05/18/2020

Trump bezeichnet WHO als "Marionette von China"

Der US-Präsident watschte wieder einmal China und die Weltgesundheitsorganisation ab.

US-Präsident Donald Trump hat in der Corona-Krise erneut scharfe Worte gegen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gerichtet. „Sie sind eine Marionette von China. Sie sind China-zentriert, um es freundlicher auszudrücken“, sagte Trump am Montag im Weißen Haus. Die Organisation habe in der letzten Zeit einen „sehr traurigen Job“ gemacht.

Er habe zur WHO-Jahresversammlung, die am Montag stattgefunden hatte, keine Erklärung abgeben wollen, sagte Trump auf eine entsprechende Frage einer Reporterin hin. Stattdessen werde er sich „irgendwann in naher Zukunft“ dazu äußern.

Trump hatte Mitte April verkündet, US-Beitragszahlungen für die Weltgesundheitsorganisation auf Eis zu legen, was international Kritik auslöste. Er wirft der WHO schwere Versäumnisse in der Coronavirus-Krise vor und hat die Organisation mitverantwortlich für die vielen Toten gemacht. Am Wochenende deutete Trump an, dass die Zahlungen wieder aufgenommen werden könnten, allerdings in drastisch gekürzter Form.

Auch China ging Trump am Montag erneut an. Das Land sollte für die Ausbreitung des Coronavirus zur Rechenschaft gezogen, fordert er. China habe der Welt schwer geschadet. „China hat uns ein wunderbares Geschenk gemacht“, sagte Trump zynisch. „Die ganze Welt wurde infiziert.“

Täglich ein Hydroxychloroquin

Außerdem nimmt Trump nach eigenen Angaben seit eineinhalb Wochen zur Vorbeugung gegen Covid-19 das Medikament Hydroxychloroquin ein - täglich eine Tablette. „Was hat man zu verlieren?“ sagt er am Montag vor Journalisten. Es sei gut möglich, dass die Arznei etwas bewirke.

Trump pries bereits in der Vergangenheit das Anti-Malaria-Mittel an. EU-Experten sehen dagegen keinen Beleg, dass es gegen Covid-19 wirkt. Gegenwärtig laufen mehrere Studie zur Klärung der Frage. Hydroxychloroquin hat Nebenwirkungen und kann etwa zu Herzproblemen führen.

Trump sprach zuvor von „einigen großen Ankündigungen“, die bevorstünden und schon gemacht worden seien bezüglich Medikamenten und Impfstoffen gegen das Coronavirus. „Es sind riesige Fortschritte erzielt worden“, sagt er bei einem Treffen mit Managern aus dem Gaststättengewerbe und anderen Geschäftsleuten im Weißen Haus.