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Politik Ausland
03/29/2021

Tod eines mysteriösen Milliardärs mit besten Polit-Beziehungen

Tschechiens reichster Mann, Petr Kellner, hatte enge Kontakte zur Staatsspitze und leistete sich luxuriöse Hobbys

von Konrad Kramar

Öffentlichkeit und Medien hat Petr Kellner seit Jahren konsequent gemieden. Seine Kontakte zur tschechischen Spitzenpolitik waren dagegen verlässlich bestens. Vor allem Staatspräsident Milos Zeman zählte den 56-jährigen Milliardär zu seinen Vertrauten.

Präsident im Privatjet

Mehrmals begleitete Kellner Zeman nach China. Als er den Staatschef einmal in seinem Privatjet nach Hause mitnahm, sorgte das für öffentliche Empörung.

Am Wochenende wurde – überraschenderweise durch US-Medien – bekannt, dass Kellner beim Heli-Skiing in den kanadischen Rocky Mountains abgestürzt war. Mit ihm starben vier seiner Begleiter.

Profiteur der Privatisierung

Kellner wurde im nordböhmischen Ceska Lipa geboren. Er hat sein erstes Geld mit dem Verkauf von Kopiergeräten gemacht und versuchte sich unter anderem als Filmproduzent. Er war aber auch einer der großen Profiteure der Privatisierung der staatlichen Industrie nach der Wende in der kommunistischen Tschechoslowakei 1989.

Sein Unternehmen PPF war in einer Vielzahl von Branchen investiert, von Versicherungen bis zur Biotechnologie. Auch in anderen europäischen Ländern, von Deutschland bis Italien, hatte Kellner Anteile an großen Unternehmen. Kellner galt als der mit Abstand reichste Mann Tschechiens. Das amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes hatte ihn in seiner Liste der reichsten Menschen der Welt zuletzt als Nummer 68 angeführt.

Eishockey und Pferde

Der große Sportfan war auch Finanzier tschechischer Eishockey- und Fußballvereine. Kellners luxuriöser privater Lebensstil war ständig Gegenstand von Gerüchten und Spekulationen in tschechischen Medien. So gilt eine seiner Villen auch international als Vorzeigemodell moderner tschechischer Architektur und ist in Lehrbüchern abgebildet. Für einige Pferde seines privaten Gestüts soll er zweistellige Millionensummen bezahlt haben. So wurde eine deutsche Springreiterin ihr Lieblingspferd los, weil Kellner es für seine Tochter, die denselben Sport betreibt, kaufte.

Im Vorjahr äußerte sich der sonst so zurückhaltende Milliardär im Jahresbericht seines Unternehmens philosophisch zur Krise: „Dank ihr denken wir jetzt viel mehr darüber nach, was im Leben wirklich wichtig ist: Familie, Kinder, Gesundheit und Freiheit.

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