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16.11.2018

Seehofer tritt Mitte Jänner als CSU-Chef zurück

Am 19. Jänner soll es soweit sein. Wie es mit ihm in der Großen Koalition weitergeht, ist noch unklar.

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer will den Parteivorsitz der bayerischen CSU am 19. Jänner abgeben. An dem Tag soll auf einem Sonderparteitag ein neuer Vorsitzender gewählt werden. Zu seiner Zukunft als Mitglied der Großen Koalition in Deutschland machte der 69-Jährige in einer schriftlichen Erklärung am Freitag keine Angaben.

Seehofers CSU-Karriere

Horst Seehofer (69) hat der bayerischen Christlich-Sozialen Union (CSU) mehr als 40 Jahre lang gedient. Seine Karriere im Überblick:

   1971: Eintritt in die CSU

   1980: Einzug in den Bundestag, dem Seehofer bis 2008 angehört

   1989 bis 1992: Parlamentarischer Staatssekretär im Arbeits- und Sozialministerium

   1992 bis 1998: Deutscher Gesundheitsminister unter Helmut Kohl

   1994: Erstmalige Wahl zum stellvertretenden CSU-Vorsitzenden

   1998 bis 2004: Stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag - das Amt legt Seehofer 2004 im Streit über die Gesundheitspolitik nieder

   2005 bis 2008: Deutscher Agrarminister unter Angela Merkel

   2007: Seehofer unterliegt im Kampf um den CSU-Vorsitz seinem Rivalen Erwin Huber

   2008 bis 2018: Bayerischer Ministerpräsident, von 2013 bis 2018 auch Landtagsabgeordneter

   seit 2008: CSU-Vorsitzender

   seit 2018: Deutscher Innenminister unter CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel

Die CSU im Portrait

Die Christlich-Soziale Union (CSU) ist ein Unikum in der deutschen Parteienlandschaft. Sie existiert nur in Bayern - und war dort erfolgreich wie keine andere Partei irgendwo in Deutschland. Sie stellt im größten deutschen Bundesland seit 1957 ununterbrochen den Ministerpräsidenten und regierte lange mit absoluter Mehrheit.

Im nationalen Parlament bildet die CSU eine gemeinsame Fraktion mit der Christlich Demokratischen Union Deutschlands ( CDU) von Kanzlerin Angela Merkel. In der Bundesregierung stellt sie drei Minister.

Gegründet wurde die CSU wie die CDU 1945 kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs als ein überkonfessioneller Zusammenschluss bürgerlicher politischer Kräfte, die früher in Deutschland nach Katholiken und Protestanten getrennt organisiert waren - daher der Name Union.

Politisch ist die CSU konservativer als die CDU, die ihrerseits nicht in Bayern antritt. Mit Franz Josef Strauß 1980 und Edmund Stoiber 2002 stellte die CSU zweimal den gemeinsamen Kanzlerkandidaten von CDU und CSU. Beide Male verlor die Union die Bundestagswahl.

Bei der Landtagswahl am 14. Oktober verlor die CSU - wie zuvor schon 2008 - ihre absolute Mehrheit. Ministerpräsident Markus Söder bildete daraufhin eine Koalition mit den Freien Wählern (FW).