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Russland: Spekulationen über verschwundene Bankchefin Nabiullina

Offiziellen Angaben zufolge soll die Zentralbankchefin erkrankt sein. Gerüchten zufolge steht Nabiullinas Rücktritt bevor.
Elvira Nabiullina, die Gouverneurin der russischen Zentralbank, bei einer Pressekonferenz.

Zusammenfassung

  • Zentralbankchefin Elvira Nabiullina ist seit Wochen abwesend, offiziell wegen Krankheit, was Spekulationen über ihren Rücktritt auslöst.
  • Gerüchte über einen Streit zwischen Präsident Putin und Nabiullina werden vom Kreml dementiert, während oppositionelle Medien über einen möglichen Rücktritt berichten.
  • Nabiullina steht wegen ihrer Zinspolitik und der Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in der Kritik, ihre Amtszeit läuft noch bis 2027.

Seit Wochen ist die Chefin der russischen Zentralbank, Elvira Nabiullina, von der Bildfläche verschwunden. Zuletzt war sie am 28. Mai während Wladimir Putins Besuch in Kasachstan öffentlich zu sehen. Vergangene Woche hatte Nabiullina zwei Auftritte abgesagt, wie Reuters berichtet. Darunter Russlands größte Wirtschaftskonferenz, wo sie auf dem zentralen makroökonomischen Podium sprechen hätte sollen.

Offiziell befinde sich Nabiullina im Krankenstand, teilt die Zentralbank mit. Details zur  Erkrankung sind öffentlich nicht bekannt. Das Verschwinden von Nabiullina, die die russische Zentralbank seit 2013 leitet, sorgt für Spekulationen. Das Fachportal Wremja i  Dengi sprach etwa von einer „diplomatischen Krankheit“, wie die Frankfurter Rundschau berichtete.

Frau mit braunen Haaren und Brille spricht vor einem Mikrofon vor blau-violettem Hintergrund.

Beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg wurde der Name der Notenbankchefin von der Rednerliste gestrichen.

Gerüchte über Streit zwischen Putin und Nabiullina

Inzwischen werde ein Streit zwischen Putin und der Chefbankerin vermutet. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte daraufhin, es gebe keinen Grund für Verschwörungstheorien bezüglich Nabiullinas Abwesenheit. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Menschen manchmal krank werden. Er wünsche der Bankchefin eine rasche Genesung. 

In oppositionellen Medien mehren sich Gerüchte über einen möglichen Rücktritt Nabiullinas. Sie ist derzeit in ihrer dritten Amtszeit als Zentralbankchefin. Diese läuft noch bis Juni 2027. Eine vierte Amtszeit ist ihr gesetzlich nicht möglich. Seitens der russischen Wirtschaft sieht sich die Notenbankchefin mit heftiger Kritik konfrontiert.

Hintergrund dafür war eine Zinserhöhung der Zentralbank auf 21 Prozent im Jahr 2024 zur Bekämpfung der Inflation. Das Wirtschaftswachstum von 4,9 Prozent im Jahr 2023 verlangsamte sich in Folge auf ein Prozent im vergangenen Jahr. Putin  erklärte zwar, dass die Politik der Zentralbank Ergebnisse gebracht habe, doch nicht alle sind zufrieden mit der Sparpolitik der Notenbankchefin.

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