Russland: Ermittler spürten 45 verschleppte ukrainische Kinder auf

Ermittler haben mittels Gesichtserkennung online nach den Kindern gesucht. Seit Kriegsbeginn wurden laut Europol über 19.500 Kinder verschleppt.
Kinder in traditioneller ukrainischer Kleidung demonstrieren vor dem Big Ben für die Freilassung ukrainischer Kinder.

Zusammenfassung

  • Internationale Ermittler und Europol haben 45 mutmaßlich verschleppte ukrainische Kinder identifiziert und aufgespürt.
  • Die Kinder wurden vermutlich gewaltsam in besetzte Gebiete, nach Russland oder Belarus gebracht; Gesichtserkennung und digitale Quellen halfen bei der Suche.
  • Seit Kriegsbeginn wurden laut Europol über 19.500 Kinder verschleppt, was zu internationalen Ermittlungen und Haftbefehlen gegen russische Verantwortliche führte.

Internationale Ermittler haben gemeinsam mit Europol 45 mutmaßlich entführte ukrainische Kinder identifiziert und aufgespürt. Die Kinder seien vermutlich gewaltsam in die besetzten Gebiete der Ukraine, nach Russland oder Belarus verschleppt worden, teilte Europol am Montag in Den Haag mit. Die Informationen seien den ukrainischen Behörden übergeben worden.

Zwei Tage lang hatten Sonderermittler aus 18 Ländern sich in Den Haag an der Suche beteiligt. An der Europol-Aktion war auch der Internationale Strafgerichtshof beteiligt. Die Ergebnisse können nach Informationen von Europol zum Aufenthaltsort der deportierten Kinder führen.

Gesichtserkennung

Die Experten hatten online in digitalen Quellen und mit Gesichtserkennung versucht, die Kinder zu finden. Grundlage sind etwa Kinderfotos der Eltern. Es seien unter anderem auch Transportrouten ermittelt worden sowie Militäreinheiten, die an der Deportation beteiligt waren. Es ist die dritte internationale digitale Suchaktion von Europol zu den verschleppten Kindern der Ukraine.

Seit Beginn des Krieges vor gut vier Jahren wurden nach Angaben von Europol schätzungsweise mehr als 19.500 Kinder aus den besetzten Gebieten nach Russland oder Belarus verschleppt. Einige seien von Russen adoptiert worden, andere würden in Umerziehungslagern oder psychiatrischen Kliniken festgehalten.

Der Internationale Strafgerichtshof leitete deshalb Ermittlungen ein und erließ internationale Haftbefehle gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie die russische Beauftragte für Kinderrechte, Maria Lwowa-Belowa.

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