A member of a rebel group called the Martyr Al-Abbas walks with his weapon in a damaged building in Aleppo June 11, 2013. The group, which consists of five brothers and other members, operates under the Free Syrian Army, and was first established in the memory of the brothers' sibling Abbas Sheikh Yasine, who died from fighting in a battle in Sheikh Saeed, against forces of President Bashar al-Assad's regime, according to the brothers. One of the brothers used to work in the decor industry, another in a restaurant, while the three others were in school before the war started, they added. REUTERS/Muzaffar Salman (SYRIA - Tags: POLITICS CONFLICT)

© Reuters/MUZAFFAR SALMAN

Angebliche Beweise
07/09/2013

Syrien: Rebellen sollen Giftgas eingesetzt haben

Das Gas und Raketen seien selbst hergestellt worden, stellten russische Experten fest.

Russland hat nach Angaben seines UN-Botschafters Beweise dafür, dass die Rebellen in Syrien Giftgas eingesetzt haben. Das gehe aus Proben hervor, die russische Experten am Ort der Attacke in Chan al-Asal bei Aleppo gesammelt hätten, sagte Witali Tschurkin am Dienstag in New York. Sowohl das Gas als auch die Rakete, mit der es verschossen worden sein soll, seien selbst hergestellt gewesen, ohne industriellen Hintergrund. Bei dem Angriff am 19. März sollen 26 Menschen getötet und mehr als ein Dutzend weitere verletzt worden sein.

Vor einem Monat hatten die USA erklärt, sie hätten Hinweise, dass das Regime, gegen das die Rebellen kämpfen, das Nervengas Sarin eingesetzt habe. Russland hingegen wies einen Giftgaseinsatz der syrischen Führung wiederholt zurück und forderte eine unabhängige Untersuchung. Die Regierung in Moskau ist ein enger Partner von Machthaber Bashar al-Assad.

Waffen für die Rebellen

Die US-Pläne zur Lieferung von Waffen an die Rebellen in Syrien werden Sicherheitskreisen zufolge im Kongress aufgehalten. In den Geheimdienstausschüssen sowohl des Senats als auch des Repräsentantenhauses seien Bedenken geäußert worden, hieß es in den US-Kreisen. Demokratische und republikanische Abgeordnete seien besorgt, dass die Waffen in falsche Hände gelangen könnten, wie die islamistische Nusra-Front. Die Ausschüsse verlangten mehr Informationen über die Syrien-Politik der Regierung und darüber, was mit den Waffenlieferungen erreicht werden solle.

Nach Darstellung des Vertreters eines arabischen Landes und der syrischen Opposition ist bisher nichts von der zugesagten amerikanischen Militärhilfe in Syrien angekommen. Im Juni hatte das US-Präsidialamt angekündigt, bestimmte Rebellengruppen zu bewaffnen. Die Aufständischen verlangen moderne Waffen, insbesondere seitdem die syrischen Regierungstruppen mit Unterstützung der libanesische Hisbollah-Miliz eine Offensive gegen sie gestartet haben.

Rein rechtlich benötigt Präsident Barack Obama nicht die Zustimmung des Kongresses, um die Waffen zu liefern. Allerdings gilt in Geheimdienstangelegenheiten eine stillschweigende Vereinbarung, solche Vorhaben nicht gegen den ausdrücklichen Widerstand eines der beiden Geheimdienstausschüsse durchzusetzen.

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Das Nervengas Sarin

Das Nervengas Sarin gehört zu den gefürchtetsten Kampfstoffen: Sarin ist farblos, geruchlos, geschmacklos - und führt bereits in einer Dosis von nur einem halben Milligramm zum Tod. Das in der Chemie Methylfluorphosphonsäureisopropylester genannte Gift kann über Haut und Atemwege in den Körper gelangen. Gegenmittel wirken nur bei sofortiger Verabreichung.

Sarin wurde 1938 von deutschen Chemikern entdeckt. Die irakische Luftwaffe warf im März 1988 Sarin-Bomben auf das von kurdischen Kämpfern kontrollierte Dorf Halabja ab und tötete etwa 5000 Menschen. Die Aum-Sekte setzte das Gift bei dem Anschlag auf die U-Bahn von Tokio 1995 ein, bei dem 13 Menschen getötet und mehr als 6000 verletzt wurden.

Die französische Regierung hat am Dienstag in Paris erklärt, sie habe Beweise, dass Sarin im syrischen Bürgerkrieg zum Einsatz gekommen ist. Außenminister Laurent Fabius machte aber keine Angaben, ob Regierungstruppen oder Rebellen die tödliche Substanz eingesetzt hätten. Zuvor hatten bereits UN-Ermittler berichtet, in Syrien seien wahrscheinlich mindestens vier Mal chemische Waffen eingesetzt worden. Der Verdacht richtete sich vor allem gegen Regierungstruppen.

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