Herrenloser Tanker im Mittelmeer: Malta richtet Sperrzone ein
Zusammenfassung
- Der russische Gastanker "Arctic Metagaz" treibt nach Explosionen und Brand ohne Besatzung zwischen Malta und Lampedusa.
- Italien bietet Malta Unterstützung an, während Malta eine Sperrzone einrichtet und Notfallpläne wegen Explosionsgefahr vorbereitet.
- Die Besatzung wurde gerettet, das Schiff stellt weiterhin eine Gefahr für die Schifffahrt dar und driftet abhängig von Wind und Strömung.
Wegen eines beschädigten Flüssiggas-Tankers aus Russland, der im Mittelmeer treibt, ist Italien zum Eingriff bereit. Italien habe den maltesischen Behörden seine Unterstützung angeboten, darunter Techniker sowie verschiedene Einsatzboote, auch solche zur Eindämmung möglicher Umweltschäden, sagte der italienische Staatssekretär, Alfredo Mantovano, im Interview mit dem Radiosender Radio 24 am Montag.
Malta hat eine Sperrzone von sieben Kilometern eingerichtet, da das Schiff jederzeit explodieren könnte. Derzeit befindet sich der Tanker in der maltesischen SAR-Zone, in der der betreffende Staat zur direkten Hilfeleistung verpflichtet ist. "Sollten die maltesischen oder europäischen Behörden uns darum bitten, sind wir bereit, innerhalb kürzester Zeit einzugreifen", erklärte Mantovano.
Tanker am Dienstag in Brand geraten
Der 277 Meter lange Tanker "Arctic Metagaz" war am Dienstag vergangener Woche vor der Küste Libyens nach Explosionen in Brand geraten. Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff mit einem unbemannten Drohnenboot angegriffen zu haben.
Die Besatzung aus 30 Mann sei gerettet worden. Die libysche Küstenwache hatte zunächst berichtet, das Schiff sei untergegangen. Dann tauchten aber Fotos auf, die die "Arctic Metagaz" mit erheblicher Schlagseite zeigen.
Die maltesischen Schifffahrtsbehörden warnen bereits seit Tagen, der Gastanker könne zur Gefahr für andere Schiffe werden. Zwischenzeitlich hatte es geheißen, das Schiff treibe in internationalen Gewässern auf die italienische Insel Lampedusa zu. Inzwischen driftet es nach Angaben der Behörden jedoch Richtung Malta - abhängig von Meeresströmungen sowie der Windrichtung.
Kommentare