Russischer Gastanker treibt ohne Besatzung im Mittelmeer
Zusammenfassung
- Ein russischer Flüssiggas-Tanker treibt beschädigt und ohne Besatzung zwischen Malta und Lampedusa und stellt eine potenzielle Gefahr dar.
- Malta und Italien bereiten Notfallmaßnahmen vor, während Schiffe gewarnt werden, sich dem Tanker nicht zu nähern.
- Der Tanker wurde nach Explosionen vor Libyen evakuiert, Russland macht die Ukraine für den Angriff verantwortlich.
Im Mittelmeer treibt ein beschädigter Flüssiggas-Tanker aus Russland nach offiziellen Angaben ohne Besatzung zwischen Malta und der italienischen Insel Lampedusa. Die italienische Marine hat vorsorglich einen Schlepper und ein Reinigungsschiff in der Nähe des Tankers stationiert. Die Schifffahrtsbehörden des EU-Mitgliedslandes Malta warnten davor, dass der 277 Meter lange Tanker "Arctic Metagaz" mit seiner Ladung von Tausenden Tonnen Gas zur Gefahr für andere Schiffe werden könnte. Möglicherweise sei das Schiff auch manövrierunfähig.
Maltas Ministerpräsident Robert Abela zufolge ist in Malta ein Notfallplan in Vorbereitung. Das Schiff befindet sich nach Angaben der dortigen Behörden aktuell etwa 110 Kilometer entfernt von Maltas Küste in internationalen Gewässern. Andere Schiffe wurden gewarnt, sich dem Tanker näher als fünf Seemeilen (etwa neun Kilometer) zu nähern. Italien verfolge die Lage genau und sei bereit, Malta bei der Handhabung der Situation zu unterstützen, erklärte die Regierung nach der Sitzung unter der Leitung der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.
Das Schiff gehört angeblich zur Schattenflotte Russlands, die genutzt wird, um Sanktionen nach der Invasion der Ukraine 2022 zu umgehen. Der russische Tanker war am Dienstag vergangener Woche vor der Küste Libyens nach Explosionen in Brand geraten. Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff mit einem unbemannten Drohnenboot angegriffen zu haben. Die Besatzung aus 30 Mann sei gerettet worden. Präsident Wladimir Putin sprach von einem "Terroranschlag".
Fotos sollen beschädigten Tanker zeigen
Die libysche Küstenwache hatte zunächst sogar berichtet, dass das Schiff untergegangen sei. Dann tauchten jedoch Fotos auf, die die schwer beschädigte "Arctic Metagaz" mit erheblicher Schlagseite zeigen sollen. Der Tanker kam nach russischen Angaben mit allen gültigen Papieren und gemäß internationaler Regeln aus dem russischen Hafen Murmansk.
Zuletzt war es im Schwarzen Meer zu Vorfällen mit Handelsschiffen gekommen. Ukrainische Medien hatten Ende vergangenen Jahres bei Explosionen auf leeren Öltankern dort berichtet, dass Kiew für die Angriffe die Seedrohnen Sea Baby eingesetzt habe. Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Die Drohnenangriffe gelten als Teil des Abwehrkampfes der Ukraine.
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