Region Krakau hebt Status als „LGBT-freie Zone“ auf

Proteste in Krakau mit Regenbogenfahnen
In mehreren Regionen Polens werden queere Menschen systematisch diskriminiert. Das soll beendet werden, zumindest formell.

In Polen haben sich rund 100 Städte, darunter auch Krakau,  und Dörfer zu „LGBT-freien Zonen“ erklärt – vor allem im traditionell streng katholischen Süden und Südosten des Landes. Im Juli hatte die EU deswegen ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Polen eingeleitet. Zudem setzte die EU die Verhandlungen mit fünf polnischen Regionen über die Mittel aus dem Corona-Wiederaufbaufonds aus. Am Montag hatte deswegen bereits die Region Krakau ihren Status als „LGBT-freie Zone“ wieder aufgehoben.


„Europa wird niemals zulassen, dass Teile unserer Gesellschaft stigmatisiert werden: Sei es wegen der Person, die sie lieben, wegen ihres Alters, ihrer politischen Meinung oder aufgrund ihres religiösen Glaubens“, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen bei einer Rede vor dem Europäischen Parlament im Juni.


Die nationalkonservative polnische Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) stemmt sich seit Längerem aktiv gegen eine von ihr kritisierte angebliche „LGBT-Ideologie“. Diese zerstört aus Sicht der PiS das „traditionelle Familienmodell“ in dem katholisch geprägten Land.
LGBT steht im Englischen für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender, also lesbisch, schwul, bisexuell und transgender. Bei LGBTI steht das I für intersexuell, bei LGBTIQ sind auch sich als queer definierende Personen eingeschlossen.

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