ALGERIA-POLITICS-VOTE

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Politik Ausland
06/15/2021

Regierungspartei gewann Parlamentswahl in Algerien

Im Vergleich zur vergangenen Wahl verlor sie aber an Stimmen. Nach Massenprotesten versprach man "grundlegenden Wandel".

Bei der ersten Parlamentswahl in Algerien nach dem Sturz von Langzeitherrscher Abdelaziz Bouteflika hat die regierende Nationale Einheitsfront ihre Position als stÀrkste Kraft verteidigt. Nach dem vorlÀufigen amtlichen Wahlergebnis vom Dienstag erreichte die Partei von StaatsprÀsident PrÀsident Abdelmadjid Tebboune sowie von Ex-PrÀsident Bouteflika 105 von 407 Sitzen im Parlament. Im Vergleich zur vergangenen Wahl verlor sie dabei an Stimmen.

ZweitstĂ€rkste Kraft wurde mit 78 Sitzen ein Block aus unabhĂ€ngigen Kandidaten. An dritter Stelle folgte die Partei der algerischen MuslimbrĂŒder mit 64 Sitzen. Mehr als 24 Millionen Algerier waren im grĂ¶ĂŸten FlĂ€chenland Afrikas dazu aufgerufen, ihre Stimmen fĂŒr das Parlament abzugeben. Die Wahlbeteiligung lag bei nur rund 30 Prozent und damit deutlich unter dem Niveau der vergangenen Parlamentswahlen.

"Grundlegender Wandel"

PrĂ€sident Abdelmadjid Tebboune hatte das noch unter Bouteflika gewĂ€hlte Parlament im Februar nach Massenprotesten aufgelöst und einen "grundlegenden Wandel" versprochen. Gegnern der Regierung ging der Schritt aber nicht weit genug. Sie wollen die bisherige politische Elite entmachten. Seit Monaten gehen dafĂŒr immer wieder Tausende auf die Straße. Sie sehen die jetzige FĂŒhrung als Fortsetzung des alten Systems. Bouteflika hatte sich mit UnterstĂŒtzung des MilitĂ€rs 20 Jahre an der Macht gehalten. Im April 2019 wurde er nach anhaltenden Massenprotesten aus dem Amt gedrĂ€ngt.

Viele AnhĂ€nger der Protestbewegung und Politiker der Opposition hatten einen Boykott der Wahl angekĂŒndigt. UrsprĂŒnglich war die Abstimmung fĂŒr Mai 2022 vorgesehen. In den 1990er Jahren herrschte in Algerien ein erbitterter BĂŒrgerkrieg. Heute gilt das Land als verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig stabil.

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