Politik | Ausland
30.11.2018

Railguns und Flugzeugträger: China greift nach der Seemacht

Bis 2030 soll China fünf neue Flugzeugträger aus eigenen Entwürfen besitzen - und würde damit den USA Konkurrenz machen.

"Er wird größer und mächtiger als seine Vorgänger", tönen chinesische Medien vollmundig. Der „Typ 002“-Flugzeugträger soll allein mit chinesischer Technologie gebaut werden und bereits in zweieinhalb Jahren vom Stapel laufen. 3.000 Menschen arbeiten nach chinesischen Angaben täglich daran, mehr als 120 chinesische Firmen sollen am Bau beteiligt sein.

Ein großer Vorteil des chinesischen Flugzeugträgers wird sein elektromagnetisches Katapult für den Start von Flugzeugen sein – in der US-Navy sollen nur die neuesten Flugzeugträger der „ Gerald R. Ford-Klasse“ darüber verfügen, Aufrüstungen werden derzeit diskutiert. Dieses System erlaubt es, schwerere Flugzeuge starten zu lassen und nutzt sie gleichzeitig weniger ab. Die bisherigen Katapulte sind dampfbetrieben.

Sollte Typ 002 so funktionieren wie geplant, würde die Stärke der chinesische Flotte die der Seestreitkräfte Russlands übertreffen. Bereits jetzt verfügt China über zwei Flugzeugträger, jedoch wurden diese nach sowjetischen Entwürfen gebaut, beziehungsweise als unfertige Schiffe aus Sowjetzeiten übernommen und fertiggestellt. Ebenso plant Peking den Bau von bis zu vier „Typ 003“-Flugzeugträgern bis 2030 – diese sollen atombetrieben sein und der modernsten Flugzeugträgerklasse der USA Konkurrenz machen.

Dass China im Bereich der elektromagnetischen Technologien stark ist, zeigt auch die Entwicklung einer Railgun, die bereits seit Herbst auf chinesischen Kampfschiffen im Einsatz sein soll. Diese elektromagnetische Waffe verschießt Metallprojektile auf eine Entfernung von 180 Kilometer und mit einer Geschwindigkeit von sechs Mach (mehr als zwei Kilometer pro Sekunde). Die Typ 003-Flugzeugträger sollen gänzlich mit Railguns bewaffnet sein.

China, das im Zuge der „One Belt, One Road-Initiative“ („Neue Seidenstraße“) seine wirtschaftlichen Ambitionen massiv verstärkt, ist dadurch auf stärkere militärische Präsenz im Indischen Ozean und im Südchinesischen Meer angewiesen. Während Peking im Südchinesischen Meer ganze Inseln aufgeschüttet und dort Landebahnen für Kampfjets errichtet hat, benötigt es vor allem im Indischen Ozean mobile Kräfte.