Politik | Ausland 09.06.2018

Putin: "Der Ball ist auf der amerikanischen Seite"

© Bild: AP / Alexei Nikolsky

Russischer Präsident sieht die USA für die Verbesserung der Beziehungen in der Pflicht.

Der russische Präsident Wladimir Putin erwartet von den USA den ersten Schritt für eine Verbesserung der Beziehungen. "Der Ball ist auf der amerikanischen Seite", sagte Putin dem staatlichen TV-Sender Rossija 1 Agenturen zufolge in einem Interview, das am Samstag ausgestrahlt werden sollte. Putins Sprecher bestätigte indes, ein Gipfel mit US-Präsident Donald Trump in Wien stattfinden könnte.

US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag beim G7-Gipfel in Kanada vorgeschlagen, Russland wieder in die Gruppe der führenden Industrienationen aufzunehmen. Moskau war 2014 wegen der Ukraine-Krise ausgeschlossen worden. Deutschland lehnt eine Rückkehr Russlands ab, solange sich die Lage in der Ukraine nicht entspannt.

Das Verhältnis zwischen den beiden Atommächten Russland und USA ist seit Jahren wegen zahlreicher Streitthemen zerrüttet. "Wir sind bereit zu einer Entwicklung, Vertiefung und Normalisierung der Beziehungen mit den USA", sagte Putin. Auf Trumps Vorschlag ging er nicht ausdrücklich ein, schloss aber ein Treffen mit ihm nicht aus. Er habe schon nach Trumps Wahl gesagt, dass er ein persönliches Treffen sinnvoll fände, sagte der Kremlchef. Vor einer Woche hatte er sich in einem ORF-Interview ähnlich geäußert und gemeint, das Nicht-Zustandekommen eines Treffens sei "die Folge de heftigen innenpolitischen Kampfes in den USA".

Putins Sprecher und Vertrauter Dmitri Peskow sagte der Agentur Interfax zufolge, dass Wien ein möglicher Ort für eine Begegnung mit Trump sein könnte.

Seit dem Amtsantritt Trumps Anfang 2017 hat es kein eigenes, bilaterales Treffen zwischen Trump und Putin gegeben. Die beiden Staatschefs sprachen lediglich beim G-20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 länger direkt miteinander. Auf dem Gipfel Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) in Vietnam im November des Vorjahres schüttelten sie einander die Hände. Ein ausführliches Gespräch wurde damals vom Weißen Haus unter Verweis auf Terminprobleme abgesagt.

Trump ist wegen Russland-Kontakten enger Vertrauter vor seinem Amtsantritt im Visier von FBI-Sonderermittler Robert S. Mueller. Nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste hat Russland versucht, die US-Präsidentenwahl zu beeinflussen, die Trump im November 2016 überraschend gegen die Favoritin Hillary Clinton gewonnen hatte.

( Agenturen ) Erstellt am 09.06.2018