Präsidentensohn in Turkmenistan zum Nachfolger seines Vaters gewählt

Serdar Berdimuhamedow klatscht in einem dunklen Anzug.
Turkmenistan gilt als so isoliert wie Nordkorea. Der Präsidentensohn wurde mit 72,97 Prozent der Stimmen zum Präsidenten gewählt.

In der abgeschotteten und autoritär geführten Ex-Sowjetrepublik Turkmenistan in Zentralasien führt künftig Serdar Berdymuchammedow als Sohn des bisherigen Präsidenten die Geschäfte. Die Wahlkommission in der Hauptstadt Aschgabat erklärte den 40-Jährigen am Dienstag mit 72,97 Prozent der Stimmen zum Sieger des Urnengangs vom 12. März. Die Wahlen in dem Land gelten nicht als fair und frei.

Diktatur am Kaspischen Meer

Vor einem Monat hatte der 64-jährige Gurbanguly Berdymuchammedow aus Altersgründen und nach 15 Jahren im Präsidentenamt erklärt, die Geschicke des gasreichen Landes am Kaspischen Meer in jüngere Hände legen zu wollen.

Gurbanguly Berdimuhamedow auf einem roten Teppich.

Gurbanguly Berdymuchammedow

Er hatte bereits vor einem Jahr seinen Sohn Serdar zum Vize-Regierungschef gemacht. Er trug ihm auf, sich um die Modernisierung des Staatssystems und um eine bessere Regierungsarbeit zu kümmern. Er sei zudem für die Digitalisierung zuständig, hieß es.

Das goldene Reiterstandbild

Der scheidende Staatschef selbst wolle seine politische Erfahrung weiter als Vorsitzender des Volksrates nutzen, also im Oberhaus des turkmenischen Parlaments, hatte er gesagt. Gurbanguly Berdymuchammedow wird von Turkmenen im Exil unter anderem wegen der Verfolgung Andersdenkender und wegen seines kostspieligen Personenkults kritisiert. So hat er sich ein 21 Meter hohes und mit Gold überzogenes Reiterstandbild mit der Bezeichnung „Arkadag“ (Deutsch: Beschützer) aus Marmor und Bronze errichten lassen.


Die Wahlbeteiligung gaben die turkmenischen Behörden mit 97,17 Prozent an - oder 3,26 Millionen Menschen. Die Amtseinführung von Serdar Berdymuchammedow wurde für den diesen Samstag (19. März) angesetzt. Turkmenistan hat rund sechs Millionen Einwohner und gilt aus Sicht von Menschenrechtlern als eine der schlimmsten Diktaturen der Erde. Turkmenistan ist ähnlich isoliert wie Nordkorea.

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