Papst sorgt für Aufsehen: Leo XIV hebt Beschluss von Vorgänger Franziskus auf
Papst Leo XIV.
Papst Leo XIV. hat abermals eine innerkirchlich umstrittene Entscheidung seines Vorgängers Franziskus aufgehoben. Wie das vatikanische Presseamt am Freitag laut Kathpress mitteilte, verfügte er die Auflösung des "Päpstlichen Komitees für den Weltkindertag". Dessen Leiter, der Franziskanerpater Enzo Fortunato, sowie sein Organisationsteam verloren zeitgleich ihre Aufgabe. Der Papst begründete seinen Schritt mit dem Ziel einer besseren Effizienz.
Die Organisation des nächsten Weltkindertags wird gemäß dem schriftlichen Erlass dem vatikanischen Dikasterium für die Laien übertragen. Das Komitee, dessen Notwendigkeit in Vatikankreisen von Anfang an kritisch gesehen wurde, hatte der im April des Vorjahres verstorbene Papst Franziskus erst im November 2024 gegründet. Zum Leiter hatte er den früheren Pressesprecher des Franziskaner-Konvents in Assisi, Pater Fortunato, ernannt. Der mediengewandte Ordensmann war beim ersten katholischen Weltkindertag im Mai 2024 die treibende Kraft gewesen.
Allerdings blieb das Ereignis, auch wegen schwacher internationaler Beteiligung, weit hinter den Erwartungen zurück. Es entwickelte deutlich weniger Anziehungskraft als der seit Jahrzehnten erfolgreiche Weltjugendtag der römisch-katholischen Kirche, zu dem in manchen Jahren mehr als eine Million Teilnehmer kommen.
Fortunato: Der Pater als Franziskus' Legionär
Fortunato war in der Spätphase des Franziskus-Pontifikats in italienischen Medien sehr oft präsent. Er schrieb ein Buch über Papst Franziskus, in dem er ihn und seine "Rebellion" gegen das kirchliche Establishment mit dem heiligen Franz von Assisi verglich.
Mit der Auflösung des Kinder-Komitees korrigiert Leo XIV. zum zweiten Mal öffentlich und rechtswirksam eine Entscheidung seines Vorgängers. Bereits im November hatte er die radikale Strukturreform der Diözese Rom zurückgenommen, die Papst Franziskus im Herbst 2024 angeordnet hatte. Im Zuge dieser gescheiterten Reform sollte das Zentrum Roms als eigener Seelsorge-Bezirk aufgelöst und unter den Regionen am Stadtrand aufgeteilt werden. Dies machte Leo XIV. rückgängig.
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