Politik | Ausland
27.08.2018

Papst empfiehlt Psychiatrie bei homosexuellen Neigungen von Kindern

Franziskus: In der Kindheit lässt sich noch viel machen.

Papst Franziskus hat sich dafür ausgesprochen, Kinder mit homosexuellen Neigungen zum Psychiater zu schicken. Das Oberhaupt der katholischen Kirche äußerte diese Auffassung am Sonntag während einer Pressekonferenz im Flugzeug auf dem Rückweg von seinem zweitägigen Irlandbesuch nach Rom.

Auf die Frage eines Journalisten, was er Eltern eines möglicherweise homosexuellen Kindes sagen würde, antwortete Franziskus, er würde ihnen raten, "zu beten, nicht zu verurteilen, Gespräche zu führen, zu verstehen, dem Sohn oder der Tochter einen Platz zu geben".

Gerade in der Kindheit könne die Psychiatrie viel erreichen, fügte der argentinische Papst hinzu. 20 Jahre später sehe es anders aus. "Ich würde nie sagen, dass Schweigen ein Gegenmittel ist. Seinen Sohn oder seine Tochter mit homosexuellen Tendenzen zu ignorieren, ist ein Mangel an Väterlichkeit oder Mütterlichkeit".

Kritik aus Deutschland

Der deutsche Lesben- und Schwulenverband (LSVD) hat das Plädoyer für eine psychiatrische Behandlung homosexueller Kinder scharf verurteilt. Die Aussage sei "zutiefst besorgniserregend und falsch", sagte Henny Engels vom LSVD-Bundesvorstand am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

"Äußerungen wie diese schüren Homosexuellenfeindlichkeit und geben menschenverachtenden Konversionstherapien Rückenwind. Homosexualität ist keine Krankheit und bedarf folglich auch keiner Therapie", hieß es weiter.