PAKISTAN-INDIA-KASHMIR-CONFLICT-MILITARY

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Politik Ausland

Wieder Gefechte an indisch-pakistanischer Grenze, Kritik an USA

Die Spannungen zwischen verfeindeten Nachbarländern eskalieren. Pakistan kritisiert das US-Verhalten.

02/28/2019, 08:15 AM

Indien und Pakistan haben sich am Donnerstag an der Grenze in Kaschmir erneut einen Schusswechsel geliefert. Nach Angaben der indischen Armee dauerte das Feuergefecht gut eine Stunde, war aber weniger heftig als der schwere Artilleriebeschuss einen Tag zuvor. Auch ein pakistanischer Regierungsvertreter sprach von nur kleinen Schusswechseln.

Unterdessen wurde mehrere hundert Familien aus Grenzdörfern auf der pakistanischen Seite Kaschmirs evakuiert. Das erklärte der lokale Informationsminister, Mushtaq Minhas, am Donnerstag. Die Evakuierungen seien erfolgt, nachdem es in der Nacht auf Donnerstag von indischer Seite Maschinengewehr- und Artilleriebeschuss gegeben habe.

Das gesamte Gebiet entlang der De-Facto-Grenze auf der pakistanischen Seite Kaschmirs sei in Alarmbereitschaft versetzt worden, sagte er. Sollte keine Beruhigung eintreten, könnten weitere Evakuierungen notwendig werden.

Nach der Eskalation des Konflikts mit dem Abschuss von Kampfflugzeugen und schwerem Artilleriebeschuss am Mittwoch hatten die USA, China sowie zahlreiche andere Staaten die beiden Atommächte zur Mäßigung aufgerufen. Der pakistanische Ministerpräsident Imran Khan und die indische Außenministerin Sushma Sawraj hatten danach erklärt, sie wollten eine Eskalation des Konflikts vermeiden.

Vorwürfe an USA

Pakistan hat den USA vorgeworfen, zur Eskalation des Konflikts mit Indien beigetragen zu haben. Der pakistanische Botschafter in den USA, Asad Majeed Khan, sagte am Mittwoch in Washington, die USA hätten indische Luftangriffe auf Ziele in Pakistan vom Dienstag nicht verurteilt. Dies sei als "Unterstützung" Indiens gewertet worden und habe Indien weiter "ermutigt".

Zugleich bekräftigte der Botschafter, die USA könnten eine Vermittlerrolle im Konflikt zwischen Islamabad und Neu Delhi einnehmen. "Vielleicht ist kein anderes Land als die USA besser dazu in der Lage, eine Rolle zu spielen."

Der Konflikt zwischen den Erzrivalen und Atommächten Indien und Pakistan ist zuletzt gefährlich eskaliert. Indien hatte am Dienstag erklärt, Luftangriffe auf ein Extremistenlager in Pakistan geflogen zu haben. Später schossen beide Länder gegenseitig Kampfflugzeuge ab. US-Außenminister Mike Pompeo hatte die indischen Luftangriffe vom Dienstag als "Anti-Terror-Einsätze" bezeichnet und Pakistan aufgerufen, mehr gegen "Terrorgruppen" auf seinem Territorium zu unternehmen.

Störung im Flugverkehr

Der eskalierende Konflikt zwischen den Atommächten Indien und Pakistan hat zu Störungen im Flugverkehr zwischen der Region und dem Rest der Welt geführt. Weil der Luftraum über Pakistan gesperrt war, stornierte die thailändische Airline Thai Airways alle Flüge von Bangkok nach Europa am späten Mittwochabend und frühen Donnerstagmorgen. Auch Österreicher waren davon betroffen.

Die staatliche indische Fluggesellschaft Air India teilte mit, alle Flüge nach Indien aus Europa und den USA würden über Dubai und Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten umgeleitet. Dies werde zu Verspätungen führen. Am Mittwoch waren zwischenzeitlich mehrere Flughäfen in Nordindien geschlossen worden.

Bilder von Piloten auf Twitter veröffentlicht

Nachdem Indiens Luftwaffe in der Nacht auf Dienstag zum ersten Mal seit 1971 einen Angriff auf pakistanischem Gebiet geflogen hatte, schoss Pakistan nach eigenen Angaben am Mittwoch zwei indische Kampfflugzeuge ab. Ein indischer Pilot sei festgesetzt worden. Pakistans Armeesprecher Asif Ghafoor veröffentlichte auf Twitter ein Foto des offenbar im Gesicht verletzten Oberstleutnants.

Indiens Außenministerium bestellte nach eigenen Angaben den pakistanischen Botschafter ein und beschwerte sich über diese "vulgäre Darstellung" des Gefangenen, die gegen internationales Recht und die Genfer Konvention verstoße. Indien erwarte seine sofortige, sichere Rückkehr. Aus Pakistan kam darauf zunächst keine Antwort.

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