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Ukraine wehrt sich gegen deutschen Nord-Stream-Verdacht

Kiew bestreitet eine Beteiligung ukrainischer Staatsorgane an der Nord-Stream-Sabotage.
FILE PHOTO: Gas leak at Nord Stream 2 as seen from the Danish F-16 interceptor on Bornholm

Im Fall der gesprengten Nord-Stream-Pipelines hat die Generalstaatsanwaltschaft in Kiew deutsche Mutmaßungen über eine Beteiligung staatlicher Stellen in der Ukraine zurückgewiesen. Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass die Ukraine, ihre Behörden oder einzelne Amtsträger an den Explosionen in der Ostsee im September 2022 beteiligt gewesen seien oder entsprechende Anweisungen erteilt hätten, erklärte die Strafverfolgungsbehörde am Donnerstag.

Für weitere Untersuchungen schlug sie die Einrichtung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe mit Deutschland vor. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen und Erkenntnisse würden weiterhin gesammelt und geprüft.

Die Bundesanwaltschaft in Deutschland vermutet staatliche ukrainische Stellen hinter den Anschlägen. Sie hatte in der vergangenen Woche Anklage gegen den ehemaligen ukrainischen Offizier Serhii K. unter anderem wegen Mittäterschaft an einem Kriegsverbrechen erhoben. Dem Mann wird vorgeworfen, im Auftrag nicht näher genannter ukrainischer Staatsorgane gehandelt zu haben. Der Verdächtige Serhii K. war im August in Italien festgenommen und im November nach Deutschland überstellt worden. Er bestreitet die Vorwürfe.

Russland im Visier

Den deutschen Ermittlern zufolge soll Serhii K., der 2022 aktiver Offizier der ukrainischen Armee war, gemeinsam mit anderen Militärangehörigen die Anschläge geplant und ausgeführt haben. Ziel sei es gewesen, die Gaslieferungen dauerhaft zu unterbinden und so die Finanzierung des russischen Krieges gegen die Ukraine zu schwächen.

Bei den Explosionen wurden drei der vier Stränge der Pipelines Nord Stream 1 und 2 zerstört. Nord Stream 1 war eine wichtige, direkte Verbindung für russische Erdgasexporte nach Deutschland und anderswo in Europa, Nord Stream 2 war noch nicht in Betrieb.

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