Niederlande: Terrorzelle in Flüchtlingscamp?

Möglicher IS-Terror: Camp in Nijmegen in Zusammenhang mit Anschlagsplänen in Düsseldorf genannt.
Eine Gruppe von Menschen, darunter Kinder, geht mit Gepäck auf einem Weg entlang.

Die Niederlande prüfen Medienberichte, wonach IS-Kämpfer in Vorbereitung eines geplanten Anschlags in Düsseldorf in einem niederländischen Flüchtlingslager gelebt haben sollen. "Ich kann sagen, dass uns diese Information bekannt ist. Es gibt Ermittlungen", sagte Justizminister Ard van der Steur am Dienstag im Parlament von Den Haag. Details nannte er nicht.

Er betonte, in solchen Fällen würden alle Informationen "international auf allen Ebenen" ausgetauscht. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass die Sicherheitsbehörden womöglich einen geplanten Anschlag in Düsseldorf vereitelt haben. Drei mutmaßliche Mitglieder der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) wurden in Deutschland festgenommen, ein vierter Verdächtiger, Saleh A., sitzt seit Februar in Frankreich in Haft. Der Syrer soll sich den Behörden gestellt und umfassend über die Anschlagspläne berichtet haben.

Schläferzelle mit 20 Mitgliedern?

Saleh A. bezeichnete sich laut einem am Dienstag veröffentlichten der Zeitung "Le Monde" als Kopf einer "Schläferzelle" mit rund 20 Mitgliedern, die außer in Deutschland auch in einem Flüchtlingslager in Nijmegen lebten. In dem Lager nahe der deutschen Grenze leben rund 3000 Asylbewerber. Justizminister van der Steur sagte dazu, die Behörden seien sich der Gefahr bewusst, dass "Terroristen den Flüchtlingsstrom" für ihre eigenen Ziele ausnutzen könnten. "Dieser Fall hat unsere Sorgen bestätigt", fügte er hinzu.

In den Niederlanden gab es nach Angaben der Staatsanwaltschaft bisher keine Festnahme. Die französischen Behörden hatten die Niederlande nach der Aussage des verdächtigen Syrers Saleh A. informiert. Nach Medienberichten soll er ausgesagt haben, dass sich auch im früheren Flüchtlingslager in Nimwegen eine IS-Zelle aufgehalten habe. Diese Berichte wollte der Minister mit dem Hinweis auf laufende Ermittlungen nicht bestätigen.

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