Neuer Schwung für Ermittlungen zu Palme-Mord
Mehr als 30 Jahre nach der Ermordung des schwedischen Regierungschefs Olof Palme soll ein Star-Staatsanwalt neuen Schwung in die Ermittlungen bringen. Krister Petersson zeigte sich am Dienstag in einer ersten Reaktion "geehrt" und versprach, die neue Aufgabe ab Februar "mit aller Energie" in Angriff zu nehmen.
Der Staatsanwalt hat in den vergangenen Jahren mehrere aufsehenerregende Ermittlungen geleitet, unter anderem die zum Mord an Außenministerin Anna Lindh 2003.
Palme war am Abend des 28. Februar 1986 mit zwei gezielten Schüssen aus nächster Nähe niedergestreckt worden. Der sozialdemokratische Ministerpräsident war mit seiner Frau Lisbet nach einem Kinobesuch ohne Polizeischutz auf dem Weg nach Hause.
Nach einer umstrittenen Gegenüberstellung fast drei Jahre nach der Tat hatte Palmes Witwe einen drogenabhängigen Kleinkriminellen als Täter identifiziert, der im Juli 1989 verurteilt, in der nächsten Instanz allerdings aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde.
Mehr als 10.000 Hinweise aus der Bevölkerung
Seitdem gingen hunderttausende Hinweise bei den Ermittlern ein, immer neue Spekulationen über mögliche Hintermänner machten die Runde. Die Ermittler befragten mehr als 10.000 Menschen, ohne durchschlagenden Erfolg. Auch die Tatwaffe ist bis heute nicht aufgetaucht.
Die Ermittler hoffen immer noch, das Verbrechen mithilfe der Bevölkerung aufzuklären. "Wir nehmen die ganze Zeit Tipps entgegen", sagte der Leiter der "Palme-Gruppe", Hans Melander, zum 30. Jahrestag im Februar.
Allein im vergangenen Jahr seien 100 Hinweise bei der Polizei eingegangen und analysiert worden. Ob eine heiße Spur dabei sei, wollten die Ermittler bisher nicht sagen. Die Datenbank der Ermittler enthält 87.000 Dokumente zum Fall.
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