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Politik Ausland
09/02/2021

Neue Details: So lief der Millionen-Juwelendiebstahl in Dresdens Schatzkammer

Eineinhalb Jahre nach dem aufsehenerregenden Juwelen-Coup in Dresden enthüllt die Anklage Details und Hintergründe.

von Konrad Kramar

Es war ein Verbrechen wie aus dem Drehbuch eines Hollywood Thrillers. Am 25. November 2019 hatten mehrere Täter bei einem der spektakulärsten Einbrüche der vergangenen Jahrzehnte aus der berühmten Schatzkammer Grünes Gewölbe in Dresden Juwelen in Millionenwert gestohlen.

Familienclan

Fast ein Jahr später, am 17. November, hatten die Dresdner und die Berliner Polizei bei einer Razzia drei verdächtige Männer im Alter von 23, 23 und 26 Jahren verhaftet, die alle aus einem arabischstämmigen Familienclan stammen. Sie kamen in Dresden in Untersuchungshaft.

Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die sechs dringend Tatverdächtigen erhoben. Sie wirft den jungen Männern nach Mitteilung vom Donnerstag schweren Bandendiebstahl, Brandstiftung und besonders schwere Brandstiftung vor - und gibt neue Details in dem Fall preis.

Bewaffneter Einbruch

Danach sollen die 23- bis 28-Jährigen am 25. November 2019 bewaffnet in das Schatzkammermuseum im Residenzschloss eingebrochen sein, 21 Schmuckstücke mit insgesamt 4300 Diamanten und Brillanten „im Gesamtversicherungswert von mindestens 113,8 Millionen Euro“ entwendet haben und im Zuge des Coups zudem Sachschäden in Höhe von über einer Million Euro hinterlassen haben.

Umfassende Vorbereitungen

Die Ermittler sind überzeugt, dass die jungen Männer direkt an dem Einbruch beteiligt waren. Zur Absicherung hatten sie einen geladenen Revolver und eine Pistole mit Schalldämpfer und Munition dabei. Sie sollen zuvor den Stromkasten für die Straßenbeleuchtung in dem Bereich der Altstadt in Brand gesetzt haben, um die Versorgung zu unterbrechen, und später in einer Tiefgarage auch ein Fluchtauto. Die Flammen erfassten den Angaben nach drei weitere Autos, insgesamt wurden 61 Fahrzeuge beschädigt.

Mit der Axt eingeschlagen

Zwei Männer waren in das berühmte sächsische Schatzkammermuseum im Residenzschloss eingedrungen, hatten mit einer Axt Löcher in eine Vitrine geschlagen und darin befestigte Juwelen herausgerissen. Von der Beute fehlt seitdem jede Spur.

Remmo-Clan

Die Ermittler sind überzeugt, dass der Coup auf das Konto des Remmo-Clans geht, der auch für Straftaten wie den Diebstahl einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze „Big Maple Leaf“ aus dem Bode-Museum 2017 verantwortlich gemacht wird.
Alle Beschuldigten sind deutsche Staatsbürger und stammen aus dieser arabischstämmigen Berliner Großfamilie. 

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